Greuther Fürth: Leitl sieht zwei Fehler zu viel

Interview mit dem Kleeblatt-Trainer

Autor: Christian Slotta Veröffentlicht: Samstag, 05.10.19 | 17:07
Stefan Leitl von Greuther Fürth

Stefan Leitl ärgerte sich trotz der Überlegenheit des HSV über die Niederlage. ©Imago images/Zink

Die SpVgg Greuther Fürth hat das dritte Spiel in Folge verloren. Beim Hamburger SV unterlag die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl mit 0:2. In den vergangenen drei Spielen haben die „Kleeblätter“ nun eine Torbilanz von 0:7 vorzuweisen. Nach dem Spiel sprach der Trainer über das Auswärtsspiel in Hamburg und die aktuelle Situation seiner Mannschaft.

Herr Leitl, der Hamburger SV war praktisch über das gesamte Spiel überlegen und hat daher mit 2:0 gewonnen. Wie schätzen Sie das Spiel ein?
Stefan Leitl: „Wir wussten schon vorher, dass wir hier in Hamburg von Anfang an unter Druck geraten werden. Hamburg hatte dann auch gleich die eine oder andere Chance. Trotzdem haben wir uns gut dagegen gestemmt. Auf der anderen Seite haben wir den Ball in der ersten Halbzeit im Tor untergebracht (Tor wurde wegen Abseits nicht gegeben, Anm.d.Red.).

Leider fiel heute wieder einmal eine Videobeweis-Entscheidung zu unserer Ungunst. Aber das nimmt man eben hin. Wir gingen mit einem 0:0 in die Halbzeit und hatten uns vorgenommen, die Umschaltaktionen besser zu nutzen.

Leider gelang uns dies nicht, weil wir viel zu unpräzise in unseren Passstafetten waren. Trotzdem haben wir beim Stand von 0:1 die riesige Chance, den Ausgleich zu machen (Tobias Mohr scheiterte in der 66. Minute an Daniel Heuer Fernandes, Anm.d.Red). Das wäre für uns noch einmal ein Push gewesen, möglicherweise das gesamte Spiel auf unsere Seite zu drehen.“

„ Wir haben zwei Fehler gemacht und daher zwei Tore kassiert. ”
über Gründe für die Niederlage

Ist es für Sie besonders ärgerlich, dass man bei aller Überlegenheit des HSV diese eine Chance nicht genutzt hat? Immerhin wäre das die große Chance gewesen, hier einen Punkt mitzunehmen…
Leitl: „Es ist insgesamt ärgerlich, dass wir heute verloren haben. Auf der anderen Seite muss man auch sagen: Wenn Hamburg so spielt, wie sie heute gegen uns gespielt haben, wird es nur wenige Mannschaften geben, die ihnen Paroli geben.“

War es besonders ungünstig, dass der HSV aufgrund der überraschenden Niederlage des VfB Stuttgart die große Chance bekam, die Tabellenspitze einzunehmen?
Leitl: „Das ist für uns nicht relevant. Wir schauen auf uns. Ich denke, wir haben heute ein anderes Gesicht gezeigt als gegen Kiel. Aber wie gesagt: Wenn auf diesem Niveau der Gegner HSV heißt und so spielt, dann muss man an sein Leistungsmaximum kommen und darf sich keine Fehler erlauben. Wir haben zwei Fehler gemacht und daher zwei Tore kassiert.“

„ Sie haben uns ernst genommen, waren gut vorbereitet, wollten das Spiel unbedingt gewinnen und waren sehr diszipliniert. ”
über den HSV

Es gab gegenüber der Niederlage in Kiel drei Veränderungen in der Startelf – eine aus Verletzungsgründen, die anderen beiden aus Leistungsgründen?
Leitl: „Letztendlich sind das unsere Entscheidungen, weil wir auf den Gegner reagieren wollen. Es war jedem bewusst, dass, wenn man 0:3 gegen Kiel verliert und so eine Leistung bringt, nicht automatisch nächste Woche wieder spielen wird.“

Auffällig war, dass das Zentrum nicht gut gedeckt war, wodurch die HSV-Spieler Jeremy Dudziak, Adrian Fein und Aaron Hunt sehr viele Räume hatten. Hätte man das besser lösen können?
Leitl: „Ja, so war der Plan. Wenn man in Situationen gerät, wo die Abstände zwischen den Ketten so groß sind, ist das auch eine individuelle Geschichte. Noch einmal: Ich glaube, dass der HSV uns heute nicht unterschätzt hat. Sie haben uns ernst genommen, waren gut vorbereitet, wollten das Spiel unbedingt gewinnen und waren sehr diszipliniert. Dann wird es eben schwer.“

Hat sich die Mannschaft trotz der Niederlage von dem 0:3 gegen Holstein Kiel rehabilitieren können?
Leitl: „Das hätten wir getan, wenn wir gepunktet hätten. Letztendlich steht die Niederlage da. Und Niederlagen sind grundsätzlich scheiße. Für uns ist es jetzt erst einmal gut, dass wir in die Länderspielpause gehen. Wir haben den einen oder anderen angeschlagenen Spieler. Wir werden an unserer Physis und an den Abläufen arbeiten, um gegen Dresden die Punkte bei uns zu Hause in Fürth zu lassen. Das ist das Ziel.“

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