Greuther Fürth: Mergim Mavraj und Co. mit Luft nach oben

Defensivspieler zu wenig torgefährlich

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Dienstag, 28.07.20 | 10:38
Stefan Leitl, Mergim Mavraj

Stefan Leitl (l.) wünscht sich von Mergim Mavraj und dessen Abwehrkollegen sicherlich mehr Torgefahr. © imago images / Zink

Wirklich weit gediehen sind die Kaderplanungen bei Greuther Fürth auch einen Monat nach dem letzten Spiel noch nicht. Wenn Trainer Stefan Leitl am Sonntag zur ersten Einheit bittet, werden nach jetzigem Stand mit Dickson Abiama (SC Eltersdorf) und Anton Stach (VfL Wolfsburg II) nur zwei neue Gesichter zu sehen sein, deren Verpflichtungen jeweils schon vor längerer Zeit festgezurrt wurden.

Gerade für die Innenverteidigung, die nach dem Vertrags- und Karriereende von Kapitän Marco Caligiuri mit Mergim Mavraj, Maximilian Bauer und Paul Jaeckel nur noch vergleichsweise dünn besetzt, ist aber noch mit Verstärkung zu rechnen. Möglich, dass die Fürther Verantwortlichen aktuell nicht nur die Defensivqualitäten potentieller neuer Abwehrspieler unter die Lupe nehmen, sondern auch auf deren Stärke in der Offensive achten.

An der Physis liegt es nicht

Denn eine Steigerung bei der Torgefahr, die die Fürther Abwehrspieler ausstrahlen, ist definitiv im Bereich des Möglichen. Vergangene Saison verbuchten nominelle Defensivkräfte lediglich drei Treffer. Maximilian Wittek und Caligiuri, die zwei dieser drei Tore erzielten, sind künftig nicht mehr dabei. Treffer Nummer drei steuerte Jaeckel bei, der mit seinen 1,89 Metern ebenso grundsätzlich gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Offensivkopfball besitzt wie die gleich großen Mavraj und Bauer.

Routinier Mavraj indes ist in seiner langen Karriere mit einem Treffer in 158 Bundesliga sowie drei Toren in 121 Zweitliga-Spielen nie wirklich als torgefährlich aufgefallen. Youngster Bauer wartet nach 15 Spielen in der 2. Liga noch auf seine Torpremiere, die Jaeckel vergangene Saison feierte, der in 44 Zweitliga-Spielen aber auch noch kein zweites Mal jubeln durfte.

Im Vergleich zu anderen Abwehrspielern wie Asger Sörensen (1. FC Nürnberg), der wie der freilich auch öfter im Mittelfeld aufgebotene Moritz Heyer (VfL Osnabrück) in der zurückliegenden Spielzeit sechs Tore erzielte, haben die Fürther Abwehrrecken auf jeden Fall reichlich Luft nach oben und würden mit mehr Gefahr insbesondere bei eigenen Standards die Offensive etwas entlasten. Ob sich das vorhandene Personal in dieser Hinsicht steigern kann oder vielleicht ein Neuzugang die Quote verbessern kann, bleibt aber natürlich abzuwarten.