Greuther Fürth: Was das Kleeblatt jetzt braucht

SpVgg auf Trainersuche

Rachid Azzouzi als Trainer der SpVgg Greuther Fürth

Fahndet nach einem neuen Coach: Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi. ©Imago/Zink

Update (19 Uhr):
Die SpVgg Greuther Fürth hat am Dienstagabend ihren neuen Trainer bereits vorgestellt: Es ist Stefan Leitl. Hier mehr lesen.

Ursprünglicher Artikel:
Nach der Entlassung von Damir Buric sucht die SpVgg Greuther Fürth derzeit nach dessen Nachfolger, noch ist aber völlig unklar, wer künftig auf dem Trainerstuhl der Franken Platz nehmen soll. Kandidaten gibt es jedoch bereits und auch die Gespräche laufen, wie Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi bekannt gab.

Doch welchen Trainertyp braucht Fürth in der jetzigen Situation? Mit Sicherheit einen, der Aufbruchstimmung erzeugen kann, um die Negativserie von sechs Spielen ohne Sieg bei einem Torverhältnis von 0:18 zu durchbrechen. Dazu muss der nötige Coach auch das nötige psychologische Geschick mitbringen, um die Mannschaft direkt vor dem wichtigen Spiel gegen Duisburg davon freizumachen.

Erfahrung gefragt

Angesichts von 38 Gegentoren und der damit anfälligsten Defensive der Liga wäre es sicherlich logisch, der Mannschaft Sicherheit durch mehr Stabilität im Abwehrverbund zu verleihen. Dazu neben der Fachkompetenz nötig: Der neue Trainer muss die 2. Bundesliga und die kommenden Gegner genau kennen, um nicht noch mehr Boden zu verlieren.

Denn das Positive in der derzeitigen Situation der SpVgg ist doch: Der Vorsprung auf Relegationsrang 16 beträgt noch acht Punkte, in akuter Abstiegsnot ist Fürth nicht. Der neue Kleeblatt-Coach kann und soll nachhaltig etwas aufbauen, was in Fürth stets einher gehen soll mit der Einbindung eigener Jugendspieler.

Für was steht Greuther Fürth?

Diese heißen zum Beispiel Maximilian Bauer, David Raum oder Daniel Steininger, durften bereits Erfahrungen sammeln und sollen auch in Zukunft weiter eingebaut werden. Chancen bieten sich durch den Trainerwechsel sicherlich für weitere Jung-Kleeblätter wie Benedikt Kirsch, der zuletzt nur außen vor war.

Für die Einbindung der eigenen Jugendspieler ist Fürth noch bundesweit bekannt, früher funktionierte der Weg mit Akteuren wie Edgar Prib, Stephan Schröck oder auch Sercan Sararer gut. In den letzten Jahren wurde er allerdings vernachlässigt, die SpVgg täte gut daran, wieder zum Kleeblatt-Prinzip zurückzukehren.

Zumal damit auch sportlicher Erfolg verbunden war, wie am Aufstieg in die Bundesliga zu sehen war. Verständnis muss allerdings auch dafür herrschen, dass in Fürth keine großen finanziellen Spielräume herrschen und das Konzept damit auch Mittel zum Zweck ist. Der neue Coach muss also auch aus bescheidenen Mitteln viel herausholen können, sich mit der SpVgg-Philosophie voll identifizieren und sie auch glaubhaft nach außen tragen können.

Wer könnte in Frage kommen?

Angesichts dessen gibt es auf dem Markt wohl nur wenige Kandidaten, die perfekt zu den Franken passen würden. Einer wäre wohl Jeff Saibene, der einst Bielefeld in brisanter Lage übernahm, zunächst stabilisierte und danach ein funktionierendes Offensiv-Korsett verpasste, mit dem Arminia in der vergangenen Saison bis auf Platz vier stürmte.

Geht es speziell um die Weiterentwicklung junger Spieler wären sicherlich auch Christian Titz und Heiko Vogel gute Alternativen. Beide coachten bereits im Jugendbereich, beim HSV (Titz) und beim FC Bayern (Vogel), könnten mit Talenten also umgehen. Die Erfahrung in der zweiten Liga fehlt allerdings größtenteils.