Hannover 96: Bleibt Linton Maina doch?

Stillstand in den Gesprächen mit dem VfL Wolfsburg

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 25.07.20 | 07:19
Linton Maina

Vom VfL Wolfsburg umworbene: Linton Maina. © imago images / Revierfoto

Bei Hannover 96 laufen die Personalplanungen für die neue Saison auf Hochtouren. Dabei zeichnet sich nach den Verpflichtungen von Valmir Sulejmani (Waldhof Mannheim), Franck Evina (FC Bayern München) und Mike Frantz (SC Freiburg) immer mehr ein größerer Umbruch ab. Viele Spekulationen um mögliche Neuzugänge, aber auch um potentielle Abgänge machen die Runde.

Trotz laufender Verträge sollen laut der Neuen Presse offenbar auch gestandene Profis wie Ron-Robert Zieler, Felipe, Marvin Bakalorz und nach zuletzt guten Auftritten überraschenderweise Edgar Prib den Verein verlassen. Das fortgeschrittene Fußballeralter des Quartetts dürfte es in Kombination mit sicherlich nicht schlecht dotierten Arbeitspapieren und einem in Corona-Zeiten generell schwierigen Transfermarkt aber nicht einfach machen, den Umbruch im geplanten Ausmaß zu vollziehen.

Deutlich begehrter sind mit Waldemar Anton und Linton Maina zwei Eigengewächse, deren Qualität und Potential schon in diesem Sommer zu einem Abschied aus Hannover führen könnte. Der Durchbruch in den Gesprächen lässt indes in beiden Fällen weiter auf sich warten. In Sachen Anton ist mit dem VfB Stuttgart noch eher eine Einigung über die Wechselmodalitäten und eine Ablöse, die nach Vorstellung von 96 bei mindestens fünf Millionen Euro liegen soll, zu erwarten.

Hannover und Wolfsburg noch weit auseinander

Stillstand herrscht unterdessen in den Verhandlungen mit dem VfL Wolfsburg über einen Transfer von Maina. Nach Informationen der Bild sollen die Wölfe 3,5 Millionen Euro Ablöse sowie Bonuszahlungen von bis zu einer Million Euro bieten. Hannover schweben derweil eher sechs bis acht Millionen Euro vor.

Dass zeitnah ein gemeinsamer Nenner gefunden wird, ist nicht zu erwarten. Vielmehr deutete Wolfsburgs Geschäftsführer Jörg Schmadtke nun gegenüber der „Neuen Presse“ (Ausgabe vom 25.07.2020) an, keinerlei Eile zu haben. „Wir werden uns Mitte August überlegen, was fahren wir noch hoch oder was lassen wir bleiben“, will sich Schmadtke erst nach der Europa League konkreter Gedanken machen.

Der Poker dauert an
„ Wenn es sein muss, dann bleibt der Linton einfach da. ”
Sportdirektor Gerhard Zuber

Für Hannover wäre derweil mit Blick auf die eigenen Transferplanungen, die mit einer Ablöse für Maina leichter umzusetzen wären, eine baldige Einigung von Vorteil. Allerdings machte 96-Sportdirektor Gerhard Zuber auch deutlich, zur Not das Wolfsburger Pokerspiel noch länger mitzuspielen anstatt frühzeitig von den eigenen Forderungen abzurücken. „Wenn es sein muss, dann bleibt der Linton einfach da“, betont Zuber, freilich im Wissen darum, dass der Spieler selbst kommende Saison am liebsten erstklassig spielen würde.

Auszuschließen ist das Szenario, dass 96 mit Maina in die neue Saison geht, gleichwohl nicht. Allerdings gingen in diesem Fall die Spekulationen und eine damit verbundene Unruhe womöglich bis zum diesmal verspäteten Transferschluss am 5. Oktober weiter.