Hannover 96: Der Saison-Rückblick 2016/17

Was war gut, was war schlecht?

Aufstiegsfeier von Hannover 96 auf dem Rathausbalkon

Niclas Füllkrug singt auf dem Rathausbalkon – von hinten kommt die Sektdusche. © Imago/localpic

Die Rückrunde lief für Hannover 96 wie ein Reifenwechsel bei voller Fahrt. Mitten im Aufstiegsrennen wurde bei den Niedersachsen die komplette sportliche Führung samt Trainer ausgetauscht. Der neue Coach Breitenreiter schaffte einen Punkteschnitt von 2,3 Zählern und führte 96 damit zum Aufstieg in die Bundesliga.

Liga-Zwei.de blickt auf die Saison der Hannoveraner zurück & zeigt, was gut und was schlecht war.

Was war gut?
Bei Hannover stimmte in dieser Saison die Balance zwischen Offensive und Defensive. Im Schnitt 14,6 mal schossen die Roten pro Spiel aufs gegnerische Tor, ligaweit der zweitbeste Wert. Im Gegenzug ließ die Defensive der 96er nur 10 Schüsse pro Spiel zu, kompakter war keiner. Lediglich 32 Gegentore bedeuten die beste Abwehr der Liga.

Was war schlecht?
Auswärts gewann Hannover nur fünf Spiele, verlor in der Rückrunde unter anderem 0:2 bei Tabellenschlusslicht Karlsruhe. Nach dem 0:0 beim damaligen Tabellen-15. St. Pauli musste Trainer Stendel gehen.

Wer hat überrascht?
Niclas Füllkrug war unter Stendel ein klassischer Einwechselspieler, kam meist nur für die letzten Minuten zum Einsatz und strahlte wenig Selbstvertrauen aus. Unter André Breitenreiter durfte der gebürtige Hannoveraner stets von Beginn an ran. Er brachte frischen Wind in die Offensive, glänzte als Ballverteiler sowie Knipser und brachte es so auf drei Tore plus zwei Vorlagen in neun Spielen. Waldemar Anton spielte seine erste komplette Saison im Profi-Bereich und bestach mit für sein Alter bemerkenswerter Ruhe und Flexibilät.

Marvin Bakalorz ist schneller als Christian Gentner

Hannovers Mittelfeldmotor Marvin Bakalorz (vorne) war oft einen Schritt schneller als seine Gegenspieler. ©Imago/kaletta

Wer hat enttäuscht?
Artur Sobiech erzielte in der letzten Bundesliga-Saison sieben Tore für Hannover und ging als Stammspieler mit in die zweite Liga. Dort traf er im ersten Saisonspiel doppelt – seine einzigen beiden Saisontore. Nach einer Knieverletzung im November schaffte er es bestenfalls noch zu Kurzeinsätzen, die er jedoch sehr lethargisch hinter sich brachte. Wirbelwind Sarenren-Bazee war in dieser Saison häufig verletzt und konnte daher nicht den nächsten Schritt machen.

Wie haben sich die Neuen geschlagen?
Stefan Strandberg kam vor der Saison leihweise vom FK Krasnodar. In der Vorrunde machte er zwölf Spiele von Beginn an und zeigte dabei meist solide Leistungen, jedoch auch teils unerklärliche Fehlpässe. Die komplette Rückrunde fehlte er verletzt. Er wird nach dem Ende seiner Leihe nach Russland zurückkehren.

Florian Hübner wechselte aus Sandhausen an die Leine und wurde in der Rückrunde zum Stammspieler. Der 26-jährige zeigte an der Seite von Salif Sané viel Einsatz und bestach durch Konstanz sowie kluges Stellungsspiel. Mit ihm verlor Hannover nur ein Spiel.

Timo Hübers kam von Köln II und fiel nahezu die komplette Saison mit einem Kreuzbandriss aus. Fynn Arkenberg wurde von der zweiten Mannschaft befördert, war aber keine Alternative zu Sorg auf der rechten Abwehrseite.

Mit Marvin Bakalorz kam ein erfahrener Bundesliga- und Zweitligaprofi nach Hannover. Vor allem mit Schmiedebach bildete er ein dynamisches Duo im zentralen Mittelfeld und ging keinem Zweikampf aus dem Weg. Sebastian Maier wurde aus St. Pauli verpflichtet. Glänzte er in den ersten beiden Saisonspielen noch mit zwei Toren sowie einer Vorlage, verlor er im Laufe der Saison seine Form und war bestenfalls noch Mitläufer.

Martin Harnik wurde als Führungsspieler aus Stuttgart geholt, dass der Angreifer so auftrumpft, hätten allerdings nur die wenigsten erwartet: Mit 17 Treffern ist er der beste Angreifer Hannovers, nur Terodde schoss mehr Tore in der zweiten Liga.

Niclas Füllkrug kam aus Nürnberg und konnte die hohen Erwartungen zunächst nicht erfüllen. Unter Trainer Breitenreiter wirkte er wie neugeboren und war im Saisonendspurt mit seinen Toren und Vorlagen einer der Hauptgründe für den Aufstieg.

Wie geht´s weiter?
Mit Torhüter Esser vom SV Darmstadt und Linksverteidiger Ostrzolek hat Hannover die ersten Neuzugänge für die kommende Saison verkündet. Zudem verlängerten die Niedersachsen den Vertrag mit Albornoz. Momentan scheint auch eine Vertragsverlängerung mit Edgar Prib möglich. Er zeigte im Saisonfinale herausragende Leistungen im linken offensiven Mittelfeld.

Hannover wird sich nach einer Alternative für Sorg auf der rechten Abwehrseite umsehen müssen, den Arkenberg noch nicht adäquat ersetzen kann. Weitere Ergänzungen wären für das defensive und offensive Mittelfeld sinnvoll. Da Sobiech und Strandberg den Verein verlassen, werden die 96er voraussichtlich auch im Sturm und in der Innenverteidigung tätig werden.

Am Montag den 26. Juni ist Trainingsauftakt zur Bundesliga-Saison 2017/18.

Bleibt 96 drin? Jetzt wetten!