Hannover 96: Fink sieht Kocak als Glücksgriff

Ex-Waldhöfer gratuliert den Niedersachsen

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Freitag, 15.11.2019 | 16:37
Kenan Kocak, Michael Fink und Christian Mühlbauer (v.l.n.r.).

Kenan Kocak (l.) und Michael Fink (m.) kennen sich aus gemeinsamen Mannheimer Tagen. ©imago images/Nordphoto

Im zweiten Anlauf hat es zwischen Hannover 96 und Kenan Kocak geklappt, am gestrigen Donnerstag stellten die Niedersachsen den 38-Jährigen als neuen Trainer vor. Auf den Nachfolger von Mirko Slomka kommt nun die Aufgabe zu, den auf Tabellenplatz 15 abgestürzten Bundesliga-Absteiger wieder in sichere Gefilde zu führen.

„Am Anfang kommt es darauf an, auch wenn es sich blöd anhört, die alten Tugenden wieder einzuführen: Gut zu stehen, Zweikämpfe annehmen, Zweikämpfe gewinnen und 100 Prozent raushauen“, sagt Michael Fink auf Nachfrage von Liga-Zwei.de.

Kein rein destruktiver Fußball

Der ehemalige Bundesliga-Spieler, 137 Mal für Bielefeld, Frankfurt und Gladbach im Einsatz und heute als Spielertrainer für Hessenligist Hanau verantwortlich, kennt Kocak noch aus gemeinsamen Tagen bei Waldhof Mannheim. In der Saison 2015/16 war das, als die Quadratestädter erst in der Relegation am Aufstieg in die 3. Liga scheiterten.

„Seine Ausrichtung geht schon eher dahin, dass erstmal Stabilität in der Mannschaft ist. Er wird der Mannschaft eintrichtern, dass alle elf Spieler zum Verteidigen dazugehören“, gewährt Fink Einblicke in die taktischen Vorgaben, die Kocak seinen Teams einimpft.

Einen rein defensiven und destruktiven Fußball erwartet er von 96 fortan aber nicht. Vielmehr bildet ein sicherer Abwehrverbund das Fundament. Ist dieses gegossen, „dann kommen die spielerischen Elemente, die er auch in Sandhausen gezeigt hat“, erinnert Fink an die letzte Station seines Ex-Trainers.

„ Er wird den Spielern auch das Selbstbewusstsein wieder eintrichtern. ”
Michael Fink

Beim SVS habe er, wie zuvor in Mannheim, „stetig einen Schritt weiter gemacht und seine Mannschaften verbessert“, sieht Fink eine Entwicklung beim neuen 96-Coach. Um diese auch am Maschsee fortzusetzen, wird er zuerst im zwischenmenschlichen Bereich gebraucht.

„Er wird bestimmt erstmal viele Gespräche führen und versuchen, den Spielern auch das Selbstbewusstsein wieder einzutrichtern. Das ist momentan total abhandengekommen“, diagnostiziert der 37-Jährige aus der Ferne.

Späte Verpflichtung ein Vorteil

Den Umstand, dass es zwischen Hannover und Kocak erst im zweiten Anlauf geklappt hat, betrachtet Fink dabei sogar als Vorteil: „Es wäre schwieriger gewesen, die Mannschaft im Sommer zu übernehmen, weil man glaube ich schon mit dem klaren Ziel Wiederaufstieg in die Saison gestartet ist. Die Erwartungen waren größer als jetzt.“

„ Hannover 96 hat einen absoluten Glücksgriff getätigt ”
Michael Fink

Ob es zwischen Hannover und Kenan Kocak passen kann, will Liga-Zwei.de abschließend von Michael Fink wissen. Sein Fazit fällt deutlich aus: „Hannover 96 hat in der aktuellen Situation mit ihm einen absoluten Glücksgriff getätigt.“

Ob sich dieser Glücksgriff auch in den Auftritten und Ergebnissen niederschlägt, wird sich im ersten Heimspiel unter Kocak gegen Darmstadt 98 zeigen.

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