Hannover 96: Interview mit Marvin Bakalorz:

"Man sollte uns nicht abschreiben"

Marvin Bakalorz von Hannover 96

Bleibt seiner kämpferischen Einstellung treu: Marvin Bakalorz. ©Imago images/Laci Perenyi

Das 0:3 beim Hamburger SV war ein weiterer Rückschlag für Hannover 96. Der Bundesliga-Absteiger hat nach fünf Saisonspielen lediglich fünf Punkte auf dem Konto. Ein Fehlstart? Der Kapitän Marvin Bakalorz bezieht Stellung.

Herr Bakalorz, Sie haben sich sicherlich einen anderen Spielverlauf gewünscht. Was lief aus Ihrer Sicht heute gegen den Hamburger SV schief?
Marvin Bakalorz: „Wir haben uns heute viel vorgenommen. Mit einem Sieg oder zumindest einem Punkt aus Hamburg hätte man in der Liga etwas auslösen können – auch im Hinblick auf unsere Situation. Das haben wir nicht geschafft. Die erste Halbzeit sah noch gar nicht so schlecht aus. Aber Hamburg hatte mehr Ideen, und wir haben letztendlich drei Gegentore kassiert.“

Vor allem das offensive Mittelfeld des HSV war klar überlegen und konnte sich immer freispielen. Wie erklären Sie sich das?
Bakalorz: „Am Anfang des Spiels war das noch nicht so. Aber es war klar, dass Hamburg irgendwann eine Idee gegen unsere Defensive entwickelt. Leider spielen wir uns auch keine Torchancen heraus. Wir haben keine oder nur sehr wenige 100-prozentige Torchancen. Daran müssen wir jetzt in der Länderspielpause arbeiten.“ 

Das nehme ich auf meine Kappe, wenn Ihr das so wollt. (über das erste Tor)

Wie erklären Sie sich das erste Gegentor, wo von außen die Flanke hereingespielt wird und Gegenspieler Sonny Kittel Ihnen im Strafraum entwischt und das Tor macht?
Bakalorz: „Natürlich sagt man, dass man da nahe am Mann sein muss. Das nehme ich auf meine Kappe, wenn Ihr das so wollt. Aber ich spekuliere natürlich auch darauf, dass der Ball in den Rückraum kommt. Das ist eben so ein fifty-fifty Ding, wo der Ball hingeht.

Wenn ich am Mann bleibe, der Ball geht in den Rückraum und es fällt das Tor, ist das genauso blöd. Aber klar: Zuerst muss man zum Tor verteidigen.“

In der zweiten Halbzeit fielen dann zwei weitere Gegentore. Ist es normal, dass dann die Köpfe herunterhängen, weil ein weiterer Misserfolg bevorsteht?
Bakalorz: „Wir haben uns natürlich total viel vorgenommen, das ist ganz klar. Es ist immer schlecht, Gegentore zu kriegen. Dass jetzt alle die Köpfe hängen ließen, finde ich nicht. Aber ich würde mich natürlich freuen, wenn auch wir wieder mal Tore schießen würden.“

Nun hat Hannover 96 nach fünf Spieltagen erst fünf Punkte auf dem Konto. Ist das ein Fehlstart?
Bakalorz: „Wir sollten jetzt mal die Kirche im Dorf lassen. Wir sind noch sehr früh in der Saison. Man sollte uns nicht abschreiben. Hamburg, Stuttgart – die haben alle auch noch schwere Spiele vor sich. Aber wir müssen vieles besser machen, ganz klar.“

Ich sage: Meine Mannschaft hat Qualität. (über die Stärke des 96-Kaders)

Hat der Hamburger SV letztendlich einfach den besseren Kader?
Bakalorz: „Hamburg hatte heute anscheinend den besseren Tag. Aber ich spreche Niemandem in unserer Mannschaft die Qualität ab. Hamburg hat heute gewonnen und wir versuchen nach der Länderspielpause zu gewinnen – ob nun mit mehr Qualität oder, wie ihr sagt, weniger Qualität. Ich sage: Meine Mannschaft hat Qualität.“

Bakery Jatta hat das 3:0 für Hamburg erzielt. Die drei letzten Gegner des HSV haben aufgrund von Unklarheiten bezüglich seiner Identität Protest eingelegt. Sollte auch Ihre Mannschaft Protest einlegen oder sollte der Verein lieber davon absehen?
Bakalorz:  „Meine klare Meinung ist, dass das nicht meine Baustelle ist.“

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