Hannover 96: Kenan Kocak genießt das „volle Vertrauen“

Martin Kind will keine Trainerdiskussion aufkommen lassen

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Mittwoch, 02.12.20 | 07:23
Kenan Kocak

Rückendeckung von Martin Kind: Kenan Kocak. © imago images / Sven Simon

Vor dem Krisenduell am Samstag beim Hamburger SV droht Hannover 96 ein Engpass im Defensivbereich. Während Simon Falette nach seiner gelb-roten Karte beim 0:3 gegen Holstein Kiel sicher fehlt, steht ein Fragezeichen hinter Marcel Franke. Der Verdacht auf Gehirnerschütterung bestätigte sich beim nach einem Zusammenprall mit Mitspieler Jaka Bijol zur Pause ausgewechselten Franke zwar nicht, doch ob es bis Samstag reicht, bleibt abzuwarten.

Der eigentliche Abwehrchef Timo Hübers, der die letzten beiden Partien wegen einer im Testspiel gegen den VfL Wolfsburg (0:0) erlittenen Kniestauchung verpasste, trainiert bislang nur individuell, macht aber deutliche Fortschritte und könnte im Laufe der Woche ins Mannschaftstraining einsteigen. Für das Gastspiel in Hamburg dürfte es beim 24-Jährigen aber eher eng werden.

„ Bei uns gibt es keine Trainerdiskussion. ”
Martin Kind

Nicht eng wird es auch im Falle einer Niederlage in Hamburg für Trainer Kenan Kocak, dessen Wirken nach nur einem Punkt aus den letzten vier Spielen und dem Absturz auf einen völlig unbefriedigenden 14. Tabellenplatz im Umfeld zwar vermehrt hinterfragt wird, der intern aber kein Thema ist. „Kenan Kocak hat das volle Vertrauen. Bei uns gibt es keine Trainerdiskussion“, stärkte Geschäftsführer Martin Kind dem 39-jährigen Fußball-Lehrer via „Sport Bild“ (Ausgabe vom 2.12.2020) klar den Rücken.

Martin Kind schaut auch nach unten

Während Kind „fest davon aus ausgeht“, dass Kocak seinen bis 2023 laufenden Vertrag erfüllen wird, gibt sich der 76-Jährige in Sachen Zielsetzung derzeit eher zurückhaltend. „Der Aufstieg ist momentan kein Thema, das wir offensiv angehen“, so der nach wie vor starke Mann bei 96, der richtungsweisende Wochen sieht: „Wir müssen unsere Probleme lösen, vor allem die Auswärtsmisere. Ich möchte aber die Hinrunde noch für eine realistische Beurteilung abwarten, bevor wir über Ziele reden.“

Gleichzeitig machte Kind, der kürzlich bereits mögliche Wintertransfers an eine realistische Aufstiegschance geknüpft hatte, aber auch deutlich, vor der aktuellen Realität nicht die Augen zu verschließen: „Derzeit geht der Blick sowohl nach oben als auch nach unten.“

Dass letzteres nicht den internen und externen Erwartungen entspricht, bedarf derweil keiner gesonderten Erwähnung. Die Aussagen von Kind in Sachen Trainer könnten daher durchaus auf den Prüfstand kommen, sollte 96 nicht schleunigst die Kurve bekommen und weiter im hinteren Tabellendrittel verharren.