Hannover 96: Marcel Franke nur noch Innenverteidiger Nummer vier?

Trotz Hübers-Ausfall auf der Bank

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Dienstag, 24.11.20 | 08:35
Marcel Franke von Hannover 96 gegen Ben Zolinski von Erzgebirge Aue

Marcel Franke (l.) bot gegen Aue noch eine starke Leistung. © imago images / Joachim Sielski

Durch den Sieg des 1. FC Nürnberg am Montagabend beim VfL Osnabrück ging es für Hannover 96 in der Tabelle noch einen weiteren Rang abwärts. Nur noch auf Platz elf sind die Niedersachsen nach den ersten acht Spieltagen notiert und damit weit entfernt vom eigenen Anspruch, um den Aufstieg mitzuspielen. Die Abstände freilich sind zum jetzigen Zeitpunkt noch gering und schon mit einer kleinen Serie ist man oben wieder dabei, doch im Moment gibt es bei 96 so viele Baustellen, das eher wenig auf einen längeren Positivlauf hindeutet.

Josip Elez erhält überraschend den Vorzug

Dazu zählt auch die Innenverteidigung, die in den vergangenen Wochen in stets unterschiedlicher Besetzung auflief, allerdings auch ohne durchschlagenden Erfolg. In Abwesenheit des verletzten und ansonsten als Abwehrchef gesetzten Timo Hübers agierte in Würzburg überraschend Josip Elez an der Seite von Simon Falette, während Marcel Franke 90 Minuten auf der Bank blieb. Also jener Elez, der zuvor nur am ersten Spieltag ran durfte und danach keine weitere Minute mehr auf dem Feld stand, teilweise sogar im Spieltagskader fehlte.

Co-Trainers Asif Saric, der seinen wegen eines Hexenschusses fehlenden Chef Kenan Kocak an der Seitenlinie vertrat, begründete die Aufstellung von Elez gegenüber dem Sportbuzzer mit dessen „Qualität im Spielaufbau“. Rechtfertigen freilich konnte der Kroate seine Nominierung nicht, was allerdings für weite Teile der Mannschaft galt.

Der erfahrene Franke, der im Sommer 2019 von Norwich City verpflichtet wurde und vergangene Saison in fittem Zustand nahezu auch immer der Anfangsformation angehörte, musste die Begegnung derweil von draußen verfolgen und scheint zumindest für den Moment nur noch Innenverteidiger Nummer vier zu sein. Dabei war es für den 27-Jährigen nicht nur bitter, dass Elez beginnen durfte, sondern auch Falette nach einer anstrengenden Länderspielreise samt zwei Einsätzen für Guinea den Vorzug erhielt.

Franke muss trotz ansprechender Leistungen raus

Dabei hatte Franke beim 0:0 vor der Länderspielpause gegen Erzgebirge Aue im Abwehrzentrum neben Falette noch eine gute Leistung abgeliefert und auch beim torlosen Test gegen den VfL Wolfsburg bei seinem 45-Minuten-Einsatz nicht viel zugelassen. Offenbar aber überzeugte Elez, der gegen die Wölfe die gesamte Spielzeit mitwirkte, das Trainerteam in jenem Test noch mehr.

Weil bei Hübers die Chance auf ein Comeback am Sonntag gegen Holstein Kiel besteht, werden die Karten in dieser Woche aber möglicherweise erneut neu gemischt. Wahrscheinlich, dass dann sowohl Franke und Elez auf der Bank Platz nehmen müssen, während Hübers und Falette starten. Diese Konstellation gab es zuletzt am 1. November, als bei Greuther Fürth mit 1:4 verloren wurde. Luft nach oben besitzt somit auch die vermeintliche A-Besetzung, was auch dazu führt, dass die Hierarchie in der 96-Defensive derzeit noch nicht in Stein gemeißelt sein dürfte.