Hannover 96: Remis gegen Aue als Bestätigung für Zuber

Im Angriff fehlt der letzte Tick

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Sonntag, 08.11.2020 | 08:13
Marvin Ducksch im Heimspiel gegen Aue.

Marvin Ducksch verpasste gegen Aue mehrmals den Siegtreffer. ©imago images/Picture Point

Gegen Erzgebirge Aue blieb Hannover 96 auch im saisonüergreifend 14. Heimspiel in Folge ungeschlagen. Eine andere Seite allerdings ist gerissen, verpasste die Mannschaft von Trainer Kenan Kocak beim torlosen Remis gegen die Gäste aus dem Erzgebirge den achten Heimsieg am Stück. Der nächste Dreier im eigenen Stadion wäre allerdings mit einer besseren Chancenverwertung durchaus möglich, angesichts einer deutlich überlegen geführten zweiten Halbzeit sogar fast zwingend gewesen.

Doch die 96-Offensive, allen voran der gleich in mehreren Abschlusssituationen unglücklich agierende Marvin Ducksch konnte Martin Männel im Auer Tor nicht überwinden. Ducksch, Sturmpartner Hendrik Weydandt, der eingewechselte Valmir Sulejmani und auch alle weiteren Offensivspieler von Genki Haraguchi über Linton Maina bis zu Patrik Twumasi blieben damit eine Antwort auf die Aussagen von Sportdirektor Gerhard Zuber schuldig, der unter der Woche offen Kritik an der Abteilung Attacke geäußert und damit zugleich auch Verstärkungsbedarf andeutet hatte.

Sulejmani braucht noch Zeit

Denkbar ist freilich auch, dass die Aussagen Zubers nicht unbedingt einen positiven Effekt auf das Selbstvertrauen von Weydandt und Ducksch, das bei letzterem im Aue-Spiel weiter gelitten haben dürfte, hatten. Nichtsdestotrotz ist auch künftig immer damit zu rechnen, dass der erste Sturm einen schwächeren Tag erwischt oder womöglich verletzungsbedingt oder krank einmal ganz fehlt.

Dann mangelt es in der Tat an Alternativen, sind die eingewechselten Maina und Twumasi doch sicher keine klassischen Stürmer und auch keine ausgewiesenen Torjäger. Am ehesten zuzutrauen ist es noch Sulejmani in eine entsprechende Rolle zu schlüpfen, doch nach seiner Rückkehr von Waldhof Mannheim muss sich der 24-Jährige, der überdies auch auf Außen einsetzbar wäre, erst an das höhere Niveau anpassen.

Ob das gelingt, bleibt natürlich abzuwarten. Zubers offenkundig vorhandene Sichtweise, dass winterliche Verstärkung für den Angriff nötig ist, kann daher objektiv betrachtet auf jeden Fall nachvollzogen werden. Insbesondere auch mit Blick auf die Partie gegen Aue, hätte beispielsweise ein vergangene Saison auf Leihbasis für 96 aktiver Mittelstürmer wie John Guidetti als Joker in der Schlussphase doch womöglich noch für richtig Betrieb im Strafraum gesorgt.