Hannover 96: Was wurde aus den Abgängen 2020?

Das machen Guidetti, Soto und Co.

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Mittwoch, 18.11.2020 | 12:30
John Guidetti am Ball für Hannover 96

John Guidetti stand zuletzt selten auf dem Platz. ©Imago images/Joachim Sielski

Einen Umbruch vollzog Hannover 96 im Sommer. Die Anzahl an Spielern, welche die Roten verließen, waren nicht mehr an einer Hand abzuzählen. Sie verschlug es in sämtliche Ligen, von der Bundesliga bis zur Süper Lig. Wie läuft es aktuell für die Ex-Hannoveraner? Wir haben uns umgeschaut.

Waldemar Anton:
Der Abwehrmann setzte sich in der Stuttgarter Abwehr durch, war zu Saisonbeginn gesetzt. Dann folgte eine Verletzung, nach der er sich zuletzt hinter Pascal Stenzel, Marco Oliver Kempf und Atakan Karazor anstellen musste. Dass der VfB zuletzt gegen Eintracht Frankfurt enorm viele Chancen zuließ, könnte Anton zurück in die Startelf spülen.

Felipe:
Nach acht Jahren Hannover wechselte Felipe im Sommer zu Boluspor in die Süper Lig. Dort stand er zunächst nicht im Kader, durfte aber zumindest im Pokal auf die Bank. Ein Fingerzeig? Nein, auch im folgenden Ligaspiel gegen Akhisarspor stand Felipe wieder nicht im Aufgebot.

Sebastian Soto:
Norwich City schnappte sich das Talent und verlieh es direkt weiter in die zweite niederländische Liga, zum FC Telstar. Dort kann Soto auftrumpften, lieferte fünf Tore in sieben Einsätzen ab. Ein Highlight: Beim jüngsten Länderspiel der USA gegen Panama feierte Soto sein Debüt für die Nationalmannschaft und erzielte beim 6:2-Sieg nach seiner Einwechslung direkt zwei Tore.

Sebastian Soto gegen Andres Andrade

Sebastian Soto (l.) beim Länderspieldebüt gegen Panamas Andres Andrade. ©Imago images/GEPA Pictures

Sebastian Jung:
Bei Ligakonkurrent KSC hatte es Sebastian Jung zunächst schwer, musste sich von einer Verletzung zurückkämpfen. Zuletzt gegen St. Pauli feierte Jung seine ersten drei Minuten im KSC-Trikot und wurde während der Länderspielpause im Test gegen den FC Augsburg weiter herangeführt. Er dürfte sich ein offenes Rennen mit Marco Thiede, der die Rolle als Rechtsverteidiger bislang ordentlich ausfüllte, liefern.

Marc Stendera:
„Bock auf Fußball“, attestierte FC Ingolstadts Trainer Tomas Oral dem Mittelfeldmann, den er seit seinem Wechsel viermal in die Startelf beorderte und fünfmal einwechselte. Anfang nur Durchschnitt, besserten sich Stenderas Leistungen zuletzt. Besonders sein Tor zum 4:1-Sieg über Wehen Wiesbaden gab ihm Auftrieb. Jetzt gilt es, Konstanz in die Leistungen zu bekommen.

John Guidetti:
Nach seinem Leihende steht der Stürmer wieder in Diensten des spanischen Erstligisten Deportivo Alaves. Dort ist allerdings ein anderer Ex-Hannoveraner im Angriff gesetzt: Joselu, der meist von Ex-Arsenal-Stürmer Lucas Perez unterstützt wird. Für Guidetti bleibt so nur die Rolle des Bankdrückers. Lediglich zweimal wurde er in der laufenden Saison eingewechselt.

Edgar Prib:
Nur im Pokal lief Prib bislang für Fortuna Düsseldorf auf, bevor ihn eine hartnäckige Verletzung außer Gefecht setzte. Der Routinier gibt sich allerdings auch am Rhein selbstbewusst und steht nach der Länderspielpause vor seinem Comeback.

Emil Hansson:
Bereits in der Rückrunde der Vorsaison ausgeliehen, zog es Hansson zu Fortuna Sittard. Dort agierte in der Eredivisie meist als Joker auf dem linken oder rechten Flügel. Zwei Tore erzielte er bisher – die allerdings nichts halfen. Fortuna Sittard hat die rote Laterne der ersten niederländischen Liga inne.

Sebastian Polter und Emil Hansson jubeln

Emil Hansson (hinten) agiert in Sittard unter anderem an der Seite von Ex-Union-Angreifer Sebastian Polter. ©Imago images/Pro Shots

Marvin Bakalorz:
Wie Felipe ist auch Marvin Bakalorz in der Türkei unterwegs, genauer gesagt bei Denizlispor. Der kampfstarke Mittelfeldmann erarbeitete sich dort einen Stammplatz und steht meist in der Startformation in der Mannschaft des kroatischen Trainers Robert Prosinecki. Bei Tabellenplatz 19 sieht sich Bakalorz mit Denizlispor dem Abstiegskampf ausgesetzt.

Ron-Robert Zieler:
Der 1. FC Köln holte Zieler wieder in seine Geburtsstadt. Beim Effzeh agiert er wie geplant als Ersatzkeeper für Timo Horn. Als dieser sich am vergangenen Spieltag gegen Werder Bremen verletzte, hütete Zieler das Gehäuse. Da Horn wieder fit ist, muss er das aller Voraussicht nach aber wieder räumen.

Tim Walbrecht:
Das Talent habe in der Saisonvorbereitung laut Zuber „große Schritte gemacht“, für mehr Spielpraxis wurde Walbrecht dann zum SV Wehen Wiesbaden verliehen. Die erhoffte Spielpraxis erhält der Mittelfeldspieler dort allerdings nicht. Nur drei Einwechslungen stehen zu Buche. Zuletzt zog er sich einen Muskelriss zu und wird damit lange ausfallen.

Cedric Teuchert:
Von Hannover ging es zurück zu Schalke 04 und dann weiter zu Union Berlin. Dort erhält er von Trainer Urs Fischer Chancen als Einwechselspieler, die er angesichts seiner letzten beiden Joker-Tore gegen Hoffenheim und Bielefeld nutzte. Durch die Verletzung von Joel Pohjanpalo könnte sich mehr Einsatzzeit für Teuchert ergeben.

Jannes Horn:
Der Linksverteidiger kehrt nach seiner Leihe nach Köln zurück und stand dort an den ersten sechs Spieltagen in der Startelf. Seine anfangs guten Leistungen konnte er nicht bestätigen und musste deshalb am letzten Spieltag für Noah Katterbach weichen.

Julian Korb:
Nach seinem Vertragsende im Sommer zählt Korb noch zu den vereinslosen Spielern – genauso wie Miiko Albornoz und Matthias Ostrzolek.

Wen haben die anderen Klubs verabschiedet? Hier geht’s zu den bisher erschienen Abgängen 2020.