HSV: Die Innenverteidigung als Problemzone

Abwehrzentrum bereitet nicht nur verletzungsbedingte Sorgen

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Dienstag, 03.03.20 | 08:18

Rick van Drongelen

Rick van Drongelen kehrt nach der Ewerton-Verletzung wohl wieder in die Startelf zurück. © imago images / Philipp Szyza

Die schon am Samstag vorhandene Befürchtung, dass es Ewerton bei der 0:3-Niederlage bei Erzgebirge Aue schlimmer am Knie erwischt hat, bestätigte sich letztlich am gestrigen Montag. Wie der Hamburger SV mitteilte, erlitt der brasilianische Innenverteidiger einen Teilriss des linken Innenbandes, der eine Zwangspause von mindestens sechs Wochen erfordert.

Ob Ewerton, der nach einem in der Sommervorbereitung zugezogenen Syndesmoseriss lange um den Anschluss kämpfte und nun in Aue zum erst zweiten Mal in der Startelf stand, in dieser Saison überhaupt noch einmal richtig eingreifen kann, ist damit durchaus fraglich.

Die Hoffnung, der zuletzt wackligen Defensive mit dem 30-Jährigen wieder mehr Stabilität verleihen zu können, wird sich auf absehbare Zeit somit nicht erfüllen. Trainer Dieter Hecking muss somit schon im enorm wichtigen Heimspiel gegen Jahn Regensburg, in dem es den Negativtrend von nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen zu stoppen gilt, wieder ein neues Abwehrzentrum formieren.

Letschert und van Drongelen als wahrscheinlichstes Duo gegen Regensburg

Weil Kyriakos Papadopoulos keine Rolle spielt und bis zum Saisonende auch nicht mehr spielen wird, sind die Alternativen allerdings überschaubar. Gideon Jung, der im ersten Drittel der Saison mit Rick van Drongelen eine gute Innenverteidigung bildete, wurde in den vergangenen Wochen im Mittelfeld aufgeboten und hat sich mit seiner überflüssigen gelb-roten Karte in Aue für die Partie gegen Regensburg selbst aus dem Kandidatenkreis befördert.

Damit sieht es stark danach aus, als würde neben Timo Letschert, der in Aue mit einer leichten Kopfverletzung ebenfalls ausgewechselt werden musste, aber am Wochenende wieder zur Verfügung steht, der nach einigen Wacklern in den letzten Spielen von Ewerton verdrängte van Drongelen beginnen.

Eine Option wäre es indes auch noch, Rechtsverteidiger Jordan Beyer ins Zentrum zu ziehen. Dagegen spricht allerdings, dass Beyer in Aue keinen guten Tag erwischte und in dieser Verfassung nur schwer als Stabilisator für die Innenverteidigung vorstellbar ist. Darüber hinaus sind mit Jan Gyamerah und Josha Vagnoman die beiden langzeitverletzten Rechtsverteidiger noch nicht wieder fit. So müsste bei einer Versetzung Beyers wohl Khaled Narey auf der rechten Abwehrseite aushelfen, der seine Stärken aber fraglos im Spiel nach vorne hat. Und nach sechs Gegentoren in den letzten drei Spielen dürfte die Priorität erst einmal darauf liegen, nicht viel zuzulassen.