HSV: Klare Worte nach dem nächsten späten Nackenschlag

In drei der letzten fünf Spiele kostet die Nachspielzeit Punkte

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Freitag, 24.07.20 | 13:22
Dieter Hecking

Nach den nächsten Punktverlusten verärgert und enttäuscht: Dieter Hecking. © imago images / MIS

Es war angerichtet für den Hamburger SV. Nachdem zuvor der VfB Stuttgart (0:0 gegen den VfL Osnabrück) und der 1. FC Heidenheim (1:2 bei Hannover 96) Federn gelassen hatten, war für den HSV ein Big-Point im Aufstiegsrennen samt Sprung auf Platz zwei drin. Lange sah es auch danach aus, als könnte die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking die Vorlagen der Konkurrenz nutzen, ehe Jae-Sung Lee in der vierten Minute der Nachspielzeit für Holstein Kiel zum 3:3 ausglich.

Nach dem wenig später erfolgten Abpfiff von Schiedsrichter Bastian Dankert legte sich eine Schockstarre über den HSV, die indes nichts Neues ist. In drei der fünf Partien seit dem Re-Start kassierten die Rothosen in der Nachspielzeit Gegentore und verloren auf diese Weise fünf Punkte. Bei Greuther Fürth (2:2) wurde wie nun gegen Kiel in quasi letzter Sekunde ein Dreier verpasst, während es beim VfB Stuttgart sogar noch eine 2:3-Niederlage setzte.

Auswechslungen für Hecking kein Grund für die Punktverluste

Dass seine Mannschaft abermals einen späten Nackenschlag kassierte, ließ einen verärgerten Coach zurück: „Es ist extrem enttäuschend, dass wir wieder in der Nachspielzeit einen entscheidenden Treffer kassieren und dadurch wichtige Punkte liegenlassen. Das kann einmal passieren, aber dreimal in so kurzer Zeit darf sowas einfach nicht passieren. Dadurch haben wir es wieder verpasst, einen großen Schritt zu machen. Diese Enttäuschung sitzt natürlich tief, das alles ärgert uns maßlos“, so Hecking auf der vereinseigenen Webseite.

„ Die Wechsel waren in der Phase angebracht. ”
Dieter Hecking

Den Vorwurf, mit seinen Auswechslungen zum Verlust der Spielkontrolle in der Schlussphase und zum deshalb durchaus folgerichtigen Ausgleich beigetragen zu haben, wollte Hecking unterdessen nicht auf sich sitzen lassen. „Die Wechsel waren in der Phase angebracht. Wir haben dann von hinten raus kein Fußball mehr gespielt, zu häufig den langen Ball gesucht. Das war so nicht vorgesehen“, sah der HSV-Coach gegenüber Bild den Grund für die beiden verlorenen Punkte nicht darin, nach einer guten Stunde den überzeugenden Kapitän Aaron Hunt vom Feld geholt und nach 76 Minuten dann gleich drei weitere Male gewechselt zu haben.

Die Gelegenheit, es besser zu machen, hat der HSV bereits am Freitagabend bei Dynamo Dresden. Dann allerdings ist Vorsicht geboten, traf die SGD doch am Samstag beim SV Wehen Wiesbaden erst in der 89. Minute zum 3:2-Sieg.

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