HSV: Künftig mehr Joker-Tore?

Thioune setzt auf Impulse von der Bank

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Freitag, 31.07.2020 | 16:30
Niklas Schmidt gegen David Kinsombi

Niklas Schmidt (l.) erzielte letzte Saison zwei Joker-Tore – und damit so viele wie der beste HSV-Joker Joel Pohjanpalo. ©Imago images/pmk

Der abermalig verpasste Aufstieg, er wurde im großen Stile analysiert beim HSV. Konsequenzen folgten, neue Maßnahmen im Hinblick auf die kommende Saison wurden getroffen, eine davon war die Verpflichtung von Daniel Thioune.

Mit ihm wollen sich die Rothosen sportlich verbessern – auch, wenn es um die Effektivität von Einwechselspielern geht. „Joker sind ein ganz wichtiger Faktor im Fußball. Ich betrachte die Jungs, die zu Beginn des Spiels draußen sitzen, deshalb auch als festen und elementaren Bestand­teil des Spiel­plans und nicht als diejenigen, die dann vielleicht später nochmal rein­kommen“, so Thioune jetzt im HSVlive-Magazin.

Gutes Händchen

Der Erfolg gibt ihm Recht: Mit Marcos Alvarez hatte er in der letzten Saison den besten Joker unter seinen Fittichen, 14 Mal brachte er den Angreifer, sechs Tore und eine Vorlage lieferte Alvarez und hatte damit maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt.

Genau das ist ein Feld, wo sich der HSV steigern muss. Joel Pohjanpalo war mit zwei Toren als Einwechselspieler der gefährlichste Joker bei den Rothosen, dahinter klafft bereits eine Lücke. Letztlich war genau das ein Punkt, wo die Rothosen im Vergleich zu den direkten Konkurrenten im Aufstiegsrennen deutlich abfielen.

Ausschlaggebend

Der 1. FC Heidenheim hatte seinen Top-Joker in Person von Stefan Schimmer gefunden, der VfB Stuttgart konnte Qualität in Person gleich mehrerer Akteure nachlegen, Hamadi Al Ghaddioui oder Silas Wamangituka überzeugten in der Rolle des Einwechselspielers.

Beim HSV gab es solche Optionen in der Schlussphase der Saison nicht. Pohjanpalo war dabei als Startelf-Spieler gefragt, von der Bank kam keine Gefahr: Zwischen dem 23. und 34. Spieltag, also dem Zeitraum, als der HSV den Aufstieg verspielte, gab es kein einziges Joker-Tor.

Natürlich zählen nicht nur Treffer bei einer Einwechslung, die Impulse, die der Joker dem Spiel gibt, sind entscheidend und dort setzt Thioune an, wie er selbst sagt: „Ich mache mir in der Woche vor dem Spiel schon viele Gedanken, wer bei welchem Verlauf welche Rolle über­nehmen könnte und wie ich durch Einfluss­nahme, sprich: Einwechs­lungen, das Spiel verändern und besser machen kann.“ Es darf gespannt erwartet werden, ob er seinen Top-Joker beim HSV findet.