HSV: Louis Schaub verschärft den Konkurrenzkampf

Mehrere Akteure müssen um ihre Plätze bangen

Louis Schaub

Soll im offensiven Mittelfeld Akzente setzen: Louis Schaub. © imago images / Eibner Europa

Am Sonntagabend ist der Hamburger SV im Trainingslager im portugiesischen Lagos angekommen, wo Trainer Dieter Hecking in den kommenden Tagen am Feinschliff für die Rückrunde arbeiten wird. Besonders im Fokus steht dabei sicherlich auch die Integration von Neuzugang Louis Schaub, der zunächst bis zum Ende der Saison auf Leihbasis mithelfen soll, den Aufstieg zu realisieren und dann per Kaufoption fest vom 1. FC Köln verpflichtet werden könnte.

Der 25 Jahre alte Österreicher, der sich in Hamburg auch für die EM 2020 empfehlen will, erweitert die Möglichkeiten Heckings im Offensivbereich beträchtlich und schürt damit natürlich auch den internen Konkurrenzkampf.

Davon ausgehend, dass es Hecking beim in der Vorrunde meist praktizierten 4-3-3 bzw. je nach Sichtweise 4-1-4-1 belässt, sollte sich keine Offensivkraft zu sicher wähnen. Auch Lukas Hinterseer im Angriff nicht, dem zwar Bobby Wood nicht wirklich im Nacken sitzt, für den aber verstärkt Martin Harnik eine Alternative darstellen könnte – sofern nicht auch noch ein neuer Stürmer kommt. Weitere Neuzugänge sind in jedem Fall nicht ausgeschlossen.

Harnik ist zwar auch ein Kandidat für den rechten Flügel, doch dort kann neben Bakery Jatta, Youngster Xavier Amaechi und dem beidseitig einsetzbaren Jairo auch Neuzugang Schaub spielen. Jatta wiederum fühlt sich eigentlich auf der linken Seite wohler, doch dort könnte verstärkt Sonny Kittel gefragt sein, der in der Vorrunde zwischen der Außenposition und dem zentralen Mittelfeld hin und her pendelte.

Wird es auch für einen fitten Hunt eng?

Im Zentrum dürfte derweil erst einmal Schaub auf einer der beiden Halbpositionen vorgesehen sein. Während Kapitän Aaron Hunt zwar ins Trainingslager mitgereist ist, bislang aber nach auskurierter Bänderverletzung noch nicht bei 100 Prozent ist, hat Schaub die Chance, sich festzuspielen. Auch für einen fitten Hunt dürfte es dann nicht einfach werden, ins Team zurückzukehren, wenn der Neuzugang die Erwartungen erfüllen kann.

Neben Schaub und Kittel bieten sich für die zweite Halbposition vor dem wohl als Sechser weiter gesetzten Adrian Fein mit Jeremy Dudziak, David Kinsombi und Christoph Moritz weitere gestandene Optionen. Enttäuschte Gesichter werden sich damit sicherlich Woche für Woche auch nicht vermeiden lassen.

Sofern den HSV das Verletzungspech nicht noch richtig heftig erwischt, sind die personellen Gegebenheiten vor dem Start in die Restrückrunde somit hervorragend. Sowohl qualitativ als auch quantitativ sucht der Kader abgesehen vielleicht vom VfB Stuttgart in der 2. Bundesliga seinesgleichen. Dass der Weg zurück in die Bundesliga aber dennoch kein Selbstläufer wird, dürfte man nach den Erfahrungen der letzten eineinhalb Jahre allerdings wissen.