SV Sandhausen: Mit Flaute und neuer Baustelle nach Wolfsburg

Seit drei Spielen ohne eigenes Tor

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Dienstag, 22.12.20 | 10:02
Kevin Behrens

Auch Kevin Behrens traf zuletzt nicht. © imago images / de Fodi

Als unruhiger Standort ist der SV Sandhausen im deutschen Fußball bislang wahrlich nicht aufgefallen. Umso bemerkenswerter waren die Ereignisse am gestrigen Montag, mit denen der Klub aus der Kurpfalz auch überregional in die Schlagzeilen rückte. Weniger die vom Sportgericht des DFB ausgesprochene Sperre von einem Spiel für Diego Contento, der beim 0:2 am Sonntag gegen Holstein Kiel wegen Handspiels kurz vor der Torlinie vom Feld gestellt wurde, sondern die Suspendierung von Torwart Martin Fraisl sorgte für Aufsehen.

„Es ist eine disziplinarische Maßnahme. Die Grenzen des Respekts wurden leider überschritten. Fakt ist, dass Martin nicht mehr für den SV Sandhausen spielen wird“, wird SVS-Präsident Jürgen Machmeier auf der vereinseigenen Webseite zitiert. Hintergrund ist ein Vorfall in der unmittelbaren Vorbereitung auf das Spiel gegen Kiel. Dabei soll der vom neuen Trainer Michael Schiele zur Nummer zwei degradierte Schlussmann laut Bild seinem Frust freien Lauf gelassen haben.

Kurz vor Beginn der Wintertransferperiode hat der SVS damit eine neue Baustelle eröffnet. Zwar genießt Rick Wulle das Vertrauen von Coach Schiele, doch mit dem langjährigen Reservekeeper sowie dem 37 Jahre alten Philipp Heerwagen, der seit 2017 lediglich fünf Pflichtspiele (2018/19 für den FC Ingolstadt) bestritten hat, in den Abstiegskampf der letzten 21 Spieltage zu gehen, wäre fraglos ein Risiko.

Schwächste Offensive zusammen mit Würzburg

Das Tor ist indes nicht die einzige Position, die Verantwortlichen und Fans in Sandhausen aktuell Sorgen bereitet. Auch die Offensive stellt trotz namhafter Neuzugänge wie Alexander Esswein und Daniel Keita-Ruel wie schon vergangene Saison, als nur Absteiger Dynamo Dresden (32 Tore) und der FC St. Pauli (41) die Sandhäuser Ausbeute von 43 Treffern unterboten, eine Problemzone dar.

Verlief der Saisonstart mit dem 3:2-Sieg gegen Darmstadt 98 in dieser Hinsicht noch vielversprechend, waren es in den vergangenen zwölf Partien nur noch neun Treffer. In der Hälfte der Spiele blieb Sandhausen sogar torlos, zuletzt gegen Greuther Fürth (0:3), beim Hamburger SV (0:4) und eben gegen Kiel (0:2) drei Mal in Folge.

Unter dem Strich steht die mit zwölf Toren gemeinsam mit den Würzburger Kickers schwächste Offensive der Liga – die am Mittwoch beim VfL Wolfsburg ran muss, der mit 13 Gegentoren über die viertbeste Defensive der Bundesliga verfügt. Alleine diese Zahlen machen deutlich, dass der trotz allem erhoffte Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals eine Herkulesaufgabe darstellt.