Union Berlin: Der Liga-Zwei Teamcheck

Schaffen die Eisernen den Sprung nach oben?

Autor: Dennis Keller Veröffentlicht: Dienstag, 02.08.16 | 20:14
Felix Kroos ist für Union Berlin am Ball.

Der neue Kapitän von Union Berlin: Felix Kroos, im Sommer fest von Werder Bremen verpflichtet. ©Imago

Der 1. FC Union Berlin ist ein Klub, der in den vergangenen Jahren häufig zumindest zum erweiterten Kreis der Aufstiegskandidaten gezählt wurde. Geklappt hat es mit dem Sprung ins Fußball-Oberhaus bisher noch nicht. In der abgelaufenen Spielzeit zeigten die „Eisernen“ zwei Gesichter: Die Hinrunde verlief mit nur drei Siegen äußerst enttäuschend, durch eine starke Rückrunde (10 Erfolge) unter Interimstrainer André Hofschneider reichte es immerhin noch zu Rang 6 in der Abschluss-Tabelle.

Jetzt wollen die Hauptstädter mit dem neuen Coach Jens Keller wieder die Spitzenplätze der 2. Bundesliga attackieren. Ob wir Union Berlin nach einer eingehenden Analyse den Aufstieg in die deutsche Eliteklasse zutrauen, erfahrt Ihr in unserer Saisonvorschau!

Der Kader

Im Prinzip müssen die Köpenicker nur einen wichtigen Abgang verkraften: US-Nationalspieler Bobby Wood, in der Saison 2015/16 mit insgesamt 17 Treffern der beste Torschütze des Vereins, wurde für eine Millionen-Ablöse an den HSV verkauft. Auch Torwart Daniel Haas, der in der vergangenen Hinrunde noch Stammkeeper war, steht nicht mehr zur Verfügung, nachdem er in der Rückrunde nicht an Winter-Neuzugang Jakob Busk vorbei gekommen ist. Haas befindet sich noch auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber.

Den Top-Stürmer Wood vergessen machen soll Philipp Hosiner. Der Österreicher wagt nach seinen eher schwachen Auftritten beim 1. FC Köln in der abgelaufenen Spielzeit einen Neuanfang in der 2. Liga. Kein richtiger Neuzugang ist Felix Kroos: Der 25-Jährige spielt bereits seit dem Winter an der Alten Försterei, er wurde nach einer Leihe jetzt aber fest von Werder Bremen verpflichtet und direkt zum neuen Kapitän ernannt.

Darüber hinaus wurden mit Christopher Lenz von Borussia Mönchengladbach II und Kristian Pedersen von HB Köge aus Dänemark zwei neue Linksverteidiger unter Vertrag genommen. Möglicherweise war das in Sachen Neuzugänge aber noch nicht alles, Trainer Keller hat weitere Transfers nicht gänzlich ausgeschlossen.

Die aktuelle Form

Union konnte in der Vorbereitung das eine oder andere Ausrufezeichen setzen. So wurde der italienische Erstligist Udinese Calcio mit 3:2 bezwungen und auch die Generalprobe ist mit dem 3:0-Erfolg gegen den FC Utrecht aus der holländischen Eredivisie vollends geglückt. Insgesamt setzte es in der Vorbereitung nur eine Pleite, dem FC Watford aus der Premier League mussten sich die „Eisernen“ mit 1:3 geschlagen geben. Es scheint so, als wäre Berlin für den Saisonstart beim VfL Bochum am kommenden Samstag gut gerüstet.

Stärken & Schwächen

Voraussichtlich müssen nur zwei neue Spieler in die erste Elf integriert werden, die Hauptstädter haben also eine sehr eingespielte Mannschaft. Richtig gut besetzt ist aus unserer Sicht die Schaltzentrale im Mittelfeld: Stephan Fürster, Damir Kreilach und Felix Kroos werden der Mannschaft mit ihrer Erfahrung helfen.

Zum Problem könnte die Besetzung der vordersten Sturmspitze werden, sollte Hosiner einmal nicht zur Verfügung stehen. Außer ihm gibt es nämlich keinen echten Torjäger im Kader, die potenziellen Ersatzleute des Neuzugangs – Sören Brandy (3 Tore in der vergangenen Saison) und Collin Quaner (1 Treffer) – sind nicht gefährlich genug. Steven Skrzybski könnte zwar auch als Mittelstürmer auflaufen, er traf aber in der Vergangenheit ebenfalls nicht besonders oft. In der Vorbereitung zeigte er allerdings, dass er es besser kann – dabei wurde er aber eher als Rechtsaußen eingesetzt.

Jens Keller, neuer Trainer von Union Berlin.

Jens Keller tritt bei den „Eisernen“ erstmals einen Job in der 2. Bundesliga an. ©Imago

Der Trainer

Jens Keller hat gerade in seiner Zeit auf Schalke eine Menge mitgemacht, unter anderem führte er die „Königsblauen“ 2-mal ins Achtelfinale der Champions League. Dennoch hatte er in Gelsenkirchen nie ein besonders gutes Standing, obwohl er seine Fachkenntnisse mehrfach unter Beweis gestellt hat. Seit seiner Entlassung auf Schalke im Oktober 2014 hatte er keinen Trainer-Job mehr, Union ist zudem seine 1. Station im Fußball-Unterhaus.

Die mögliche Startelf

Den Aufstellungen in den Testspielen nach zu urteilen, dürfte es ein 4-3-3-System werden. Auf der Position des Linksverteidigers scheint Kristian Pedersen die Nase gegenüber dem ebenfalls Neuen Christopher Lenz und dem erfahrenen Michael Parensen vorne zu haben. Neben Pedersen wird wohl Fabian Schönheim als Innenverteidiger anstelle des im Vorjahr oftmals gesetzten Roberto Puncec auflaufen.

Als Rechtsverteidiger ist Christopher Trimmel zunächst gesetzt. Sein Konkurrent Benjamin Kessel fällt nämlich wegen mehrerer Frakturen im Bereich des Fußwurzelknochens noch einige Wochen aus. Dementsprechend wird die Startelf gegen Bochum wahrscheinlich so aussehen:
Busk – Pedersen, Schönheim, Leistner, Trimmel – Kreilach, Fürstner, Kroos – Redondo, Hosiner, Skrzybski.

Unser Fazit

Wir glauben, dass der 1. FC Union Berlin trotz des Verlustes von Bobby Wood oben mitspielen kann – Philipp Hosiner ist ein guter Ersatz für den US-Boy. Der große Vorteil der Mannschaft ist, dass es keine große Fluktuation im Kader gab und sie sich dadurch in- und auswendig kennt. Zudem steht mit Jens Keller jetzt ein international erfahrener Coach an der Seitenlinie.

Liga-Zwei Tipp: Platz 3 bis 5.