1.FC Union Berlin: Legende Nikol von Trainer-Entlassung überrascht

Aktion "untypisch" für die Köpenicker

Ronny Nikol am Ball für Union Berlin

Ronny Nikol trug insgesamt stolze 217 Mal das Union-Trikot. ©Imago/Hoehne

Am Samstag ist es soweit: Union Berlin empfängt zum 21. Mal Dynamo Dresden an der Alten Försterei. Der historische Vergleich ist mit je sechs Siegen sowie gleich neun Remis ausgeglichen. Allerdings konnte Dynamo seit acht Partien nicht mehr in Köpenick gewinnen.

Dass das so bleibt, dafür soll bei Leistner und Co. nun André Hofschneider sorgen, der bekanntermaßen unter der Woche als neuer Cheftrainer installiert wurde. Nicht nur Experten hätten dies nicht erwartet, auch Ex-Unioner Ronny Nikol war von der Entlassung Kellers „sehr überrascht“, wie er gegenüber Liga-Zwei.de erzählt.

Ungewöhnliche Maßnahme

Die Spiele seines Ex-Klubs, für den Nikol früher in schwierigen Zeiten sogar auf einen Teil seines Gehalts verzichtete, „um den Fans etwas zurückzugeben“, verfolgt der gebürtige Berliner regelmäßig. „Ich hänge noch sehr an dem Verein, es waren die schönsten sechs Jahre meiner Karriere.“

Wenn es allerdings nicht so läuft, kann die Aktion auch nach hinten losgehen. (über den Union-Trainerwechsel)

Für den Klub sei so ein vermeintlicher Schnellschuss wie die Trainerentlassung „untypisch“ so Nikol weiter, der auch mit dem neuen Chefcoach nicht gerechnet hätte: „Er kennt zwar die Mechanismen im Verein, hat im Aufstiegskampf aber noch nicht so viel Erfahrung“, so der heute 43-Jährige.

Nikol, der über 200 Spiele für die Köpenicker bestritt, weiß um die Brisanz des Trainerwechsels. „Wenn die zwei Spiele gewonnen werden, wurde natürlich alles richtig gemacht. Wenn es allerdings nicht so läuft, kann die Aktion auch nach hinten losgehen.“

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Sieg als Starthilfe?

Allerdings hat er auch Verständnis für die Demission Kellers. „Ich habe das letzte Spiel in Bochum zufällig in der `Abseitsfalle` (Anm. d. Red.: Union Berlin-Fankneipe) verfolgt. Man hat schon gemerkt, dass die Fans dort unzufrieden mit der Spielweise waren“, so Nikol. Jetzt wollen die Anhänger laut dem ehemaligen Linksverteidiger „natürlich eine Reaktion sehen“ und dafür sei das Ost-Duell gegen Dresden „vielleicht das richtige Spiel zur richtigen Zeit“.

Vielleicht das richtige Spiel zur richtigen Zeit. (über das Spiel gegen die SGD)

Dabei geht es jetzt gegen seinen anderen Ex-Verein. Für Dynamo Dresden schnürte er von 2007 bis 2010 in 85 Partien seine Fußballstiefel. „Die drei Jahre dort haben auch sehr viel Spaß gemacht“, so der Berliner, auch wenn ihm eine Fan-Aktion besonders im Gedächtnis geblieben ist.

Blackout nach Knockout

„Wir hatten mal ein Tief, wo es darum ging, die dritte Liga zu erreichen“, so Nikol. Nach einer 0:3-Niederlage gegen Paderborn hatten Fans auf dem Trainingsplatz elf Gräber gebuddelt. „Das ging unter die Haut.“

Dynamo ist zurzeit im Aufwind, es wird schwer, sie zu besiegen (über das anstehende Duell)

Für Dynamo stand er auch gegen seinen Ex-Klub auf dem Feld. An das letzte Duell der beiden Klubs in Dresden kann er sich er sich wegen eines Zusammenstoßes allerdings „gar nicht mehr so gut erinnern“. Jedoch weiß er noch genau, dass die Duelle mit Union gegen Dynamo „immer gute Spiele“ waren.

Dementsprechend freudig blickt er auch auf das kommende Duell, bei dem er live im Stadion sein wird. „Dynamo ist zurzeit im Aufwind, es wird schwer, sie zu besiegen“, so Nikol, dessen Sohn seit einigen Jahren in der Jugend der Köpenicker kickt. „Ich hoffe auf ein schönes Spiel und dass alles drumherum ruhig bleibt.“ Sein Tipp: „Ich denke, Union gewinnt knapp.“

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