VfB Stuttgart: Das große Ganze steht nicht in Frage

Sportchef Mislintat erklärt sich nach 2:6 in Hamburg

Sven Mislintat beim Spiel HSV vs VfB Stuttgart

Bedient. VfB-Sportchef Sven Mislintat bezog nach der herben 2:6-Klatsche in Hamburg Stellung. ©imago images/Sportfoto Rudel

Die dritte Niederlage in Folge kassiert, sechs Gegentore beim Hamburger SV hingenommen: Der VfB Stuttgart steckt nach dem 2:6 endgültig in der Krise. Nach der Auswärtsschlappe bezog der Sportchef Sven Mislintat Stellung.

Herr Mislintat, wie bewerten Sie dieses enttäuschende Spiel?
Sven Mislintat: „Der HSV hat in der Ausrichtung etwas tiefer gestanden und auf unsere Fehler gewartet. Wir haben die Fehler gemacht, und der Gegner hat diese knallhart bestraft. Trotzdem dürfen wir diese Fehler nicht machen. Wir haben zwar immer wieder versucht, uns heranzukämpfen.

Wir waren aber nicht cool genug, um wirklich wieder an den HSV heranzukommen. Ansonsten hätten wir das Spiel noch einmal in eine andere Atmosphäre bekommen, und der HSV bekäme das Gefühl, hier noch etwas verlieren zu können. Aber das haben wir eben nicht geschafft. Wir müssen das zukünftig viel besser machen.“

Das war nun die dritte Niederlage in Folge. Schlittert der VfB Stuttgart in eine Krise?
Mislintat: „Wir sind nun drei Spiele punktlos. Das haben wir uns natürlich anders vorgestellt. Trotzdem muss man jedes Spiel einzeln betrachten und sollte nicht das große Ganze in Frage stellen. Das ist nicht das Thema. Es gibt klare Punkte, die wir sehen und miteinander besprechen. Letztendlich war jedes Spiel anders. Wir alle kennen die Geschichte, wie wir gegen Wiesbaden verloren haben. Gegen Kiel hatten wir ab der 52. Minute ein anderes Spiel (Holger Badstuber bekam die gelbrote Karte, Anm.d.Red.).

Und der HSV ist auch wieder ein ganz anderes Spiel gewesen, weil das die einzige Partie ist, in der wir nicht der Favorit sind. Aber man muss ganz klar sagen: Man kann HSV zum ersten Aufstiegsplatz gratulieren. Wir müssen die Klasse beweisen, dass wir gut genug sind, um für den zweiten Aufstiegsplatz zu kämpfen und diesen auch einzunehmen. Das heißt nicht, dass wir bezüglich Platz 1 aufgeben. Aber wir müssen realistisch sein: Bielefeld ist auf Platz 2. Das bedeutet: Wir müssen besser werden und punkten.“

Die Mannschaft wirkt noch immer nicht richtig eingespielt…
Mislintat: „Ich würde eher sagen, dass wir heute zu viele Geschenke verteilt haben. In Hamburg hat man ohnehin kein einfaches Spiel. Man fährt nicht hierher und sagt sich: Wir machen heute drei Tore. Dieses Spiel kann man verlieren, wenn man keine Top-Leistung bringt. Und wir haben keine Top-Leistung erbracht.“

Am Dienstag treten Sie im DFB-Pokal erneut beim HSV an. Was können Sie tun, damit die Spieler nicht mit hängenden Köpfen hier anreisen?
Mislintat: „Jedes Spiel ist ein anderes. Wir kommen am Dienstag zum Pokalspiel hierher, um es besser zu machen. Ob das reicht, um eine Runde weiterzukommen, sehen wir dann. Wir müssen uns das Quäntchen Glück erarbeiten.“

Fakt ist: Wir haben zu viele Fehler gemacht. (über die Gegentore)

Der VfB Stuttgart hatte 61 Prozent Ballbesitz, weil der HSV eine etwas defensivere Ausrichtung wählte als sonst. Ist es besonders ärgerlich, dass die Gegner mit dieser Taktik den VfB relativ simpel bezwingen können?
Mislintat: „Wie gesagt: Wir machen zu einfache Fehler. Wir hatten viel Ballbesitz, haben uns eine Vielzahl an Chancen erarbeitet und letztendlich ja auch zwei Tore gemacht. Normalerweise sollten zwei Tore beim HSV zumindest für einen Punkt genügen. Wenn man allerdings sechs Tore zulässt, hat man zu viel zugelassen.“

Der Anschlusstreffer zum 3:4 wurde wegen eines Handspiels nicht gegeben. Konnten Sie sich die Szene noch einmal ansehen?
Mislintat: „Nein. Aber wenn Nico den Ball an die Hand bekommt, dann muss das Gespann dies pfeifen und hat überhaupt keine andere Wahl. Natürlich waren wir sehr emotional, weil bereits das 2:0 und das 4:1 des HSV Fifty-Fifty-Entscheidungen waren. Es war sehr ärgerlich, das dritte Tor nicht zu bekommen.

Wenn man das dritte Tor macht, hat man hinten raus meist noch die Chance auf das vierte Tor. Aber ich will hier auch keine großen Erklärungen liefern. Fakt ist: Wir haben zu viele Fehler gemacht. Nun wollen wir einmal sehen, wie es am Dienstag läuft. Ich glaube nicht, dass wir noch so ein Spiel abliefern.“

Sind sechs Gegentore nicht trotzdem besorgniserregend?
Mislintat: „Wenn man sich das Spiel in der Einzelbetrachtung nimmt, dann ja. Sechs Gegentore darf man nicht kriegen. Auch nicht gegen den HSV – nicht einmal gegen Gegner, die noch stärker sind. Das ist nicht unser Anspruch. Aber über die gesamte Saison gesehen, sehe ich kein Problem daraus resultieren. Wir können das besser verteidigen und tun das normalerweise auch.“

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