VfB Stuttgart: Die Sorgen sind zurück

Drei schwere Aufgaben warten

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Freitag, 15.01.21 | 12:53
Jos Luhukay

Auch Jos Luhukay sieht sich medialer Kritik ausgesetzt © Imago

Nach den beiden Erfolgen vor der Länderspielpause im DFB-Pokal beim FC Homburg (3:0) sowie beim SV Sandhausen (2:1) war man beim VfB Stuttgart guter Dinge, dass die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay beginnend mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim richtig durchstarten würde.

Offensiv uninspiriert und defensiv wacklig

Doch die 1:2-Niederlage vor 52.000 überwiegend enttäuschten Zuschauern, die die Mannschaft zum Teil auch mit Pfiffen verabschiedeten, bedeutete einen herben Dämpfer. Denn nicht nur das Ergebnis, sondern das Auftreten verstärkte die Sorgen der VfB-Anhänger, die gegen taktisch disziplinierte Heidenheimer eine über weite Strecken uninspirierte und defensiv alles andere als stabile VfB-Elf sahen.

Obwohl Coach Luhukay zum dritten Mal in Folge der gleichen Startelf vertraute, lief lange nur wenig zusammen. Während vorne der letzte Zug zum Tor fehlte und der als Torjäger vorgesehene Simon Terodde weitgehend unsichtbar war und seine einzige Großchance im zweiten Durchgang kläglich vergab, waren die beiden Innenverteidiger Toni Sunjic und Stephen Sama Unsicherheitsfaktoren, denen es zudem an Abstimmung mangelte.

Beispielhaft dafür das Gegentor zum 1:2, als Tim Skarke von der Mittellinie aus unbehelligt Richtung VfB-Tor laufen konnte und Sama erst im letzten Moment den erfolglosen Versuch unternahm, den Heidenheimer Joker noch abzufangen, obwohl Sunjic ihm schon deutlich zuvor angezeigt hatte, den Laufweg Skarkes zustellen zu müssen.

Kritik auch an Jos Luhukay

Bemerkenswert ist trotz dieser Niederlage die schonungslose Kritik der Stuttgarter Zeitung auch an Trainer Luhukay. Das Blatt konstatierte nicht nur, dass ein taktisches Konzept nicht erkennbar gewesen sei, sondern warf auf die Frage auf, warum Luhukay Spielmacher Alexandru Maxim erst nach über eine Stunde brachte, als das Kreativdefizit schon lange nicht mehr zu übersehen war.

„ Angst ist kein guter Begleiter. ”
Jos Luhukay

Der niederländische Fußball-Lehrer selbst hatte derweil erkannt, dass sein Team offenkundig Probleme mit der Erwartungshaltung hat: „Von der ersten bis zur letzten Minute sind wir verunsichert aufgetreten. Wir hatten unglaublich viele Ballverluste, die teilweise sogar ohne Druck entstanden sind. So ist die Verunsicherung immer größer geworden und teilweise war Angst dabei. Angst ist aber kein guter Begleiter.“

Klar ist, dass der Druck auf alle Beteiligten nicht weniger wird und es das Programm der anstehenden englischen Woche in sich hat. Beim 1. FC Kaiserslautern, gegen Eintracht Braunschweig und beim VfL Bochum wird sich der VfB deutlich steigern müssen, soll unter dem Strich eine zufriedenstellende Ausbeute stehen.