VfB Stuttgart: Viele Optionen für das Abwehrzentrum

Rückkehrer sorgen für den zuletzt fehlenden Konkurrenzkampf

Marc-Oliver Kempf

Kann und will im Endspurt wieder vorangehen: Marc-Oliver Kempf. © imago images / Hartenfelser

An den ersten 25 Spieltagen war beim VfB Stuttgart im Defensivbereich der stetige Personalwechsel die einzige Konstanz. Dass sowohl der im Winter entlassene Trainer Tim Walter als auch dessen Nachfolger Pellegrino Matarazzo zwischen Dreier- und Viererkette wechselten, war dabei nur ein Faktor. Noch entscheidender für die vielen Umbauten war derweil das Verletzungspech, das mit Marcin Kaminski, Holger Badstuber, Marc Oliver Kempf und Youngster Luca Mack gleich vier Innenverteidiger über längere Zeiträume hinweg außer Gefecht setzte.

Sollte der Re-Start der 2. Bundesliga wie allgemein erhofft am ersten oder zweiten Mai-Wochenende erfolgen, wird sich die Personalsituation im Defensivbereich aller Voraussicht nach aber sehr komfortabel darstellen. Während sich Mack bereits vor der Corona-Zwangspause mit zwei Einsätzen in der zweiten Mannschaft zurückmeldete, indes kaum für die Profis eingeplant sein wird, stand Kaminski nach seinem am ersten Spieltag erlittenen Kreuzbandriss beim 1:1 gegen Arminia Bielefeld erstmals wieder im Kader.

Der Pole ist nun abgesehen von der fehlenden Spielpraxis wieder eine vollwertige Option. Das gilt auch für Kapitän Kempf, der sich Anfang Februar im Spiel beim FC St. Pauli (1:1) einen Kieferbruch zugezogen hatte. Bereits gegen Bielefeld wieder über 90 Minuten am Ball war derweil Routinier Badstuber nach fünfwöchiger Pause in Folge eines Muskelfaserrisses.

Vierkampf um maximal drei Plätze

Kempf, Kaminski und Badstuber haben sicherlich allesamt den Anspruch, über kurz oder lang in der Startelf zu stehen. Seinen Platz nicht freiwillig räumen dürfte allerdings Nathaniel Phillips. Der vom FC Liverpool ausgeliehene Engländer verpasste nach der Winterpause noch keine Minute und lieferte dabei überwiegend solide Leistungen ab. Davon ausgehend, dass neben Mack mit Maxime Awoudja auch das zweite Innenverteidiger-Talent nur eine untergeordnete Rolle spielen wird, kämpfen somit vier Akteure um zwei oder maximal drei Plätze in der Innenverteidigung.

Dass die defensiven Mittelfeldspieler Wataru Endo und Atakan Karazor an den letzten neun Spieltagen nochmals im Abwehrzentrum ran müssen, ist angesichts dieser Auswahl unwahrscheinlich. Abzuwarten bleibt freilich, ob sich in der letzten Reihe personell und taktisch eine Konstellation durchsetzen wird oder ob es weiterhin zu mehr oder weniger regelmäßigen Umstellungen kommt.