VfL Bochum: Christian Hochstätter nicht mehr tragbar?

Sportvorstand macht sich angreifbar

Christian Hochstätter

Zunehmend im Blickpunkt: Christian Hochstätter © Imago

Nach der Trennung von Trainer Ismail Atalan nach nur 91 Tagen und der Suspendierung von Kapitän Felix Bastians für zwei Wochen herrscht beim VfL Bochum reichlich Unruhe. Insbesondere auch in Bezug auf Sportvorstand Christian Hochstätter, der auf einer bemerkenswerten Pressekonferenz am gestrigen Dienstag offen einräumte, bei der Trainerwahl daneben gelegen zu haben.

Trainerfrage und Zielsetzung als Kritikpunkte

Die offenkundig falsche Trainerentscheidung, die sich auch durch enttäuschende zehn Punkte aus den ersten Spielen sowie durch überwiegend dürftige Leistungen als eben solche darstellt, war allerdings nicht die einzige umstrittene Maßnahme Hochstätters in den letzten Monaten.

Alles andere als glücklich war es schon, lediglich zwei Wochen vor dem Saisonstart Gertjan Verbeek zu entlassen, obwohl schon länger ausreichend Anzeichen vorhanden waren, dass es mit dem als schwierig geltenden Niederländer nicht mehr funktionieren würde.

Ankreiden lassen muss sich Hochstätter darüber hinaus auch, durch eigene und letztlich ohne Not getroffene Aussagen, die Erwartungshaltung im Umfeld in die Höhe getrieben zu haben. Nach Platz neun am Ende der Vorsaison und 22 Punkten Rückstand auf die Aufstiegsränge mehr oder weniger offen die Bundesliga ins Visier zu nehmen, war zwar mutig, aus heutiger Sicht aber nicht minder unglücklich und falsch.

Transfers sitzen bisher noch nicht

Dass der Spieleretat von 9,3 Millionen Euro für die laufende Saison auf 11,4 Millionen Euro erhöht wurde, hat derweil bislang nicht zu einer signifikanten Qualitätssteigerung geführt. Neuzugänge wie Danilo Soares, Lukas Hinterseer, Robbie Kruse, Sidney Sam oder Robert Tesche besitzen für Zweitliga-Verhältnisse zwar einen relativ großen Namen, haben bisher aber noch nicht konstant überzeugen können.

Auf der anderen Seite hat es ein für kleines Geld abgegebener Akteur wie Dominik Wydra bei Erzgebirge Aue in die österreichische Nationalmannschaft geschafft.

Die Entscheidung für seinen inzwischen nicht mehr für den VfL tätigen Sohn als Teammanager ist ein weiterer Punkt, der Hochstätter nun angelastet wird. Nicht zuletzt die Mannschaft war mit dieser Personalie nicht wirklich glücklich, was dazu beigetragen haben dürfte, dass, zumindest der Pressekonferenz nach zu urteilen, Hochstätters Verhältnis zu den Profis im Moment nicht wirklich harmonisch ist.

Der nächste Schuss muss sitzen

Einfach wird es nicht für Hochstätter die Kurve zu bekommen. Klar ist, dass der nächste Schuss in der Trainerfrage sitzen muss. Denn stellt sich nicht auf absehbare Zeit der Erfolg ein, wird nicht der nächste Trainer in die Kritik rücken, sondern Hochstätter, der dann vermutlich kaum mehr zu halten wäre.

Gleichzeitig gilt es aber auch die weiteren Brennpunkte zwischen der Mannschaft mit Kapitän Bastians an der Spitze und dem Sportvorstand zu löschen, die der Rückkehr in die Erfolgsspur ansonsten im Weg stehen könnten.

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