VfL Bochum: Wer folgt auf Robin Dutt?

Kriterien & Kandidaten

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Mittwoch, 28.08.2019 | 09:17
Sebastian Schindzielorz am Telefon.

Jede Menge Arbeit: VfL-Sportvorstand Sebastian Schindzielorz ist auf der Suche nach einem neuen Trainer. ©imago images/Team 2

Nach rund eineinhalb Jahren und 52 Pflichtspielen beurlaubte der VfL Bochum am Montag seinen Cheftrainer Robin Dutt. Während ein Trio um den vom Co- zum Interimstrainer beförderten Heiko Butscher die Mannschaft auf das schwere Spiel am kommenden Montag in Stuttgart vorbereitet, läuft die Suche von Sportvorstand Sebastian Schindzielorz nach einem Nachfolger.

Der VfL hat damit Erfahrung: Seit dem Abstieg 2010 versuchten sich zehn Trainer, Interimscoaches mitgezählt, an der Aufgabe, Bochum wieder zurück ins Fußball-Oberhaus zu führen. So nah wie Friedhelm Funkel, der im ersten Jahr nach dem Abstieg erst in der Relegation an Mönchengladbach scheiterte, war seitdem keiner seiner Nachfolger dran.

Erfahrung wurde bislang großgeschrieben

Bei diesen legte Bochum wiederholt Wert auf höherklassige Erfahrung. So durften sich neben dem heutigen Fortuna-Coach Funkel unter anderem Peter Neururer und Gertjan Verbeek an der Mission Aufstieg versuchen. In dieser Klasse unerfahrene Übungsleiter wie Ismail Atalan blieben die Ausnahme und wurden auch noch nicht von Erfolg gekrönt.

Die graue Zweitliga-Realität führte zuletzt dazu, dass die Saisonziele demütiger formuliert wurden. Ins obere Tabellendrittel sollte der neue starke Mann die Mannschaft aber schon führen. Denn auch wenn der aktuelle Tabellenplatz 17 für Ernüchterung sorgt, ist der Kader besser besetzt.

Um daraus eine schlagkräftige Einheit zu formen, bedarf es einer starken Persönlichkeit. Die Aussagen von Torhüter Manuel Riemann am Mikrofon von Sky am Samstag, wonach er und Kapitän Anthony Losilla kurz vor Beginn der 2. Hälfte auf dem Platz die Taktik eigenmächtig änderten, lassen tief blicken.

Die großen Namen

Der in verschiedenen Medien gehandelte Hannes Wolf blieb bei seinen Stationen in Stuttgart und Hamburg den Nachweis schuldig, eine Kabine langfristig moderieren und hinter sich vereinen zu können. Beim HSV misslang es dem gebürtigen Bochumer zudem, in der entscheidenden Saisonphase seine Mannschaft rechtzeitig aus einem Negativsog – acht sieglose Partien in Folge – zu befreien. Dieser Sog hat in Bochum – zwei Punkte aus vier Spielen – bereits eingesetzt.

Die Erfahrung von 161 Partien an der Seite eines Zweitligisten bringt Markus Kauczinski mit. Der 49-Jährige bewies bereits in seiner Amtszeit beim KSC, dass er eine Mannschaft nachhaltig entwickeln kann. Knackpunkt: An Aufstiegsambitionen scheiterte er bereits im Vorjahr auf St. Pauli. Nach dem 28. Spieltag und bei vier Punkten Rückstand auf Platz drei war seine Zeit am Millerntor abgelaufen.

Einen offensiven Spielansatz würde Alexander Zorniger mitbringen. Nach etwas mehr als zweieinhalb Jahren trennten sich im Februar die Wege des 51-Jährigen und des dänischen Erstligisten Bröndby IF. Der auch international erfahrene Zorniger wäre neben einer Respektsperson für die etablierten Spieler auch ein Trainer-Typ, der in seiner Karriere bereits erfolgreich mit jungen Akteuren gearbeitet hat. Bei den zahlreichen Talenten im VfL-Kader – nur sechs Zweitligisten sind im Schnitt jünger – eine wertvolle Fähigkeit.

Ex-Bochumer Reis kein Thema

Sollte Stallgeruch ein ausschlaggebendes Kriterium sein, dürfte auch der Name Jan Siewert interessant sein. Der 37-Jährige war während der Saison 2016/17 als Cheftrainer für die Bochumer U17 verantwortlich und assistierte zeitgleich Verbeek bei den Profis. Die Bilanz bei seinem letzten Arbeitsgeber Huddersfield Town liest sich jedoch verheerend: Aus 19 Partien holte er lediglich sechs Punkte.

Erfolg und Stallgeruch würde Thomas Reis zwar mitbringen, der Ex-Bochumer, seit drei Jahren für die U19 des VfL Wolfsburg verantwortlich, ist nach Informationen von Liga-Zwei.de aber kein Thema an der Castroper Straße.

Druck, eine möglichst schnelle Entscheidung zu treffen, hat Schindzielorz nicht. Für das Spiel am kommenden Montag steht wie eingangs das Trio um Heiko Butcher bereit, anschließend geht es in die Länderspielpause. Mitte September startet der Liga-Alltag wieder mit einem Heimspiel gegen Dynamo Dresden. Im Hinblick auf eine optimale Vorbereitung dürfte der neue Übungsleiter aber über jeden Tag auf dem Trainingsplatz froh sein.

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