VfL Osnabrück: Torgefahr aus allen Reihen

Lila-weiße unberechenbar

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 19.12.19 | 08:33
Moritz Heyer

Als Defensivspieler schon mit drei Saisontoren: Moritz Heyer. © imago images / pmk

Am Sonntag hat der VfL Osnabrück die Möglichkeit, am 1. FC Heidenheim im direkten Duell vorbeizuziehen und sich über die Winterpause hinweg den vierten Platz zu sichern. Doch auch, wenn es auf der Ostalb schief gehen sollte, könnte der Aufsteiger auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2019 zurückblicken.

Auf den letztlich souveränen Aufstieg folgte eine starke Hinrunde mit kaum für möglich gehaltenen 26 Punkten, die eine mehr als ordentliche Basis für den angepeilten, frühzeitigen Klassenerhalt darstellen. Vor allem die vergangenen Wochen mit 13 Punkten aus den letzten fünf Partien haben einiges ins Positive gedreht, wodurch sich ein in sehr vielen Bereichen positives Zwischenfazit ergibt.

Schon sieben Tore durch Defensivspieler

Herausragend und zugleich der ligaweit beste Wert sind natürlich die nur 16 kassierten Gegentore. Auch die Heimbilanz mit 17 von 27 möglichen Punkten liest sich gut. 24 erzielte Tore stellen hingegen nur Mittelmaß dar, doch auch offensiv kann Osnabrück in einem Bereich punkten. So verteilen sich diese 24 Treffer auf zehn verschiedene Spieler. Nur fünf Vereine haben mehr unterschiedliche Torschützen.

Das macht die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune schwer ausrechenbar und Erfolge auch dann möglich, wenn wie beim jüngsten 3:0 gegen Dynamo Dresden Marcos Alvarez in der Startelf fehlt. Alvarez, der vergangene Woche aus persönlichen Gründen nicht voll trainieren konnte und deshalb nur Joker war, hat mit acht Toren zwar fraglos großen Anteil am Erfolg, doch auch ohne den 28-Jährige sind die Lila-Weißen für Tore gut.

So sprangen neben dem in den letzten Wochen immer stärker werdenden Mittelfeldmann Niklas Schmidt gegen Dresden mit Moritz Heyer, der schon sein drittes Saisontor markierte, und Bashkim Ajdini zwei Akteure aus der Viererkette als Torschützen in die Bresche. Mit Joost van Aken und Linksverteidiger Kevin Wolze (2) waren auch noch zwei weitere Defensivkräfte bereits vor dem gegnerischen Tor erfolgreich.

Von den Stürmern trifft nur Alvarez

Mit Schmidt (3), David Blacha, Anas Ouahim (je 2) und Bryan Henning konnten sich immerhin vier Mittelfeldspieler in die Torschützenliste eintragen. Ebenso Etienne Amenyido, der sowohl im offensiven Mittelfeld bzw. auf dem Flügel als auch im Angriff zum Einsatz gekommen ist.

Auffällig ist derweil, dass neben Alvarez noch kein anderer Angreifer getroffen hat. Marc Heider, der freilich auch desöfteren als Flügelspieler gefragt war, wartet ebenso noch auf seinen ersten Treffer wie Kevin Friesenbichler und Benjamin Girth, die aber auch erst 244 bzw. 350 Minuten auf dem Feld standen und in der internen Hierarchie klar hinter Alvarez anzusiedeln sind.

Trotz dessen Treffsicherheit und der Gefahr aus den hinteren Reihen dürfte es eines der Ziele für die Rückrunde sein, im Sturm noch unberechenbarer zu werden. Gelingt das unter Beibehaltung der bisherigen Stärken, muss die aktuelle Platzierung keine Momentaufnahme bleiben.