Vunguidica & Co.: Das machen die Ex-Sandhäuser nun

Vier Spieler gingen zur Konkurrenz

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Dienstag, 02.10.18 | 07:34
Sandhausens Jose Pierre Vunguidica (l.) im Zweikampf mit Ingolstadts Marvin Matip.

Spielte drei Jahre für den SV Sandhausen: José Pierre Vunguidica (l.). ©Imago/Stefan Bösl

Für den SV Sandhausen gehören größere Personalrochaden im Sommer dazu. Ganze zwölf Spieler verließen den kleinsten Zweitliga-Standort Deutschlands vor der Saison. So wie José Pierre Vunguidica, der mittlerweile für den 1. FC Saarbrücken auf Torejagd geht.

Im Interview mit Liga-Zwei.de spricht der Angreifer über seine drei Jahre am Hardtwald und was er dem SVS in dieser Spielzeit zutraut. Die Werdegänge der anderen elf Abgänge präsentieren wir Euch im Stenogram weiter unten.

Herr Vunguidica, Sie spielen seit dem Sommer in Saarbrücken. Am 2. Spieltag zogen Sie sich einen Muskelbündelriss zu. Wie geht es Ihnen mittlerweile?
José Pierre Vunguidica: „Mir geht’s Gott sei Dank wieder gut, ich kann den größten Teil des Trainings wieder mitmachen. Nächste Woche werde ich wieder zu 100 Prozent mittrainieren können, so dass ich dann hoffentlich beim nächsten Spiel (gegen Homburg, Anm. d. Red.) wieder mitwirken kann.“

Sie haben drei Jahre in Sandhausen gespielt. Wie haben Sie diese Zeit in Erinnerung?
Vunguidica: „Gut, aber auch schlecht. Schlechte Erinnerungen habe ich, weil ich leider zwei schwere Verletzungen in dieser Zeit hatte und gute Erinnerungen, weil ich Zweitliga-Luft schnuppern durfte. Der DFB-Pokal, in dem wir leider gegen Schalke ausgeschieden sind, aber zuvor den SC Freiburg im Elfmeterschießen rausgeworfen haben, war ebenfalls positiv.“

Sandhausen hat weniger Einwohner als Plätze im Stadion – wie erlebt man das als Spieler?
Vunguidica: „Man merkt schon, dass es im Hinblick auf die Zuschauerzahlen kein Traditionsklub ist. Leider hat man oftmals Auswärtsspiele im eigenen Stadion. Das ist schon was anderes. Letztendlich spielt man aber Elf gegen Elf, die Fans stehen ja nicht mit auf dem Feld.“

„ Man will in vollen Stadien spielen und nicht zu Hause vor 5.000 Zuschauern. ”
über Heimspiele in Sandhausen

Aber ist es nicht dadurch im Alltag nicht automatisch etwas ruhiger?
Vunguidica: „Letztendlich würde jeder diese Ruhe für das andere tauschen, wenn er mehr Fans zu Hause hat, und dadurch etwas mehr Druck hat. Das würde jeder in Kauf nehmen. Darum ist man ja Fußballer, man will in vollen Stadien spielen und nicht zu Hause vor 5.000 Zuschauern, von denen 3.000 von der gegnerischen Seite sind.“

Besteht noch Kontakt zu Mitspielern aus Ihrer Zeit in Sandhausen?
Vunguidica: „Nicht wirklich. Einige Spieler haben den Verein gewechselt. Mit denen, die jetzt noch im Verein sind, herrscht eher weniger Kontakt.“

Sandhausen ist der klassische Underdog. Was trauen Sie dem Club in dieser Saison zu?
Vunguidica: „Diese Saison ist die Liga durch die Absteiger Hamburg und Köln noch stärker geworden. Im letzten Jahr gab es nicht ‚den großen Verein‘, der abgestiegen ist. Trotzdem denke ich, dass der Klassenerhalt für Sandhausen machbar ist. Es wird aber schwerer, sich weiter oben zu platzieren als in der letzten Saison.“

Die übrigen Abgänge:

Julian-Maurice Derstroff:
Der Linksaußen wechselte nach Regensburg, wartet aber noch auf seinen ersten Einsatz in der 2. Liga. An den ersten drei Tagen schaffte er es immerhin auf die Bank. In der ersten Runde des DFB-Pokals stand er gegen Chemie Leipzig in der Startelf und traf, konnte die 1:2-Niederlage damit aber nicht verhindern.

Damian Roßbach:
Der ehemalige Sandhausen-Trainer Alois Schwartz holte ihn im Sommer in die 3. Liga zum KSC. Roßbach ist auf der Position des linken Verteidigers gesetzt und absolvierte sämtliche Spiele über die volle Distanz.

Manuel Stiefler:
Auch Stiefler folgte dem Ruf von Schwartz nach Karlsruhe. Eigentlich im rechten Mittelfeld zu Hause, wurde der 30-Jährige erfolgreich zum zentralen Mittelfeldspieler umgeschult und stand an acht Spieltagen auf dieser Position in der Startelf. Ein Tor und eine Vorlage hat er bisher erzielt.

Sahin Aygünes:
Den gebürtigen Ansbacher verschlug es nach einem Jahr Sandhausen wieder zurück in die Türkei. Er schloss sich Zweitligist Gümüshanespor an und kam dort bisher zu drei Einwechslungen. Auf ein Tor wartet der Linksaußen noch.

Richard Sukuta-Pasu:
Auch in dieser Saison spielt der ehemalige U21-Nationalstürmer in der 2. Liga, er wechselte nach Duisburg. Für die Zebras lief er in vier Partien auf, ohne ein Tor zu erzielen. Die letzten beiden Spieltage verpasste er krankheitsbedingt.

Ali Ibrahimaj:
Eine Klasse tiefer ging es für den Rechtsaußen nach Uerdingen. Der Start war mit zwei Toren in fünf Spielen verheißungsvoll, dann bremste ihn eine Meniskusverletzung aus. Er musste operiert werden und dürfte nicht vor Ende Oktober zurückkehren.

Mirco Born:
Der 24-Jährige kam im Sommer 2017 aus Meppen und wurde für diese Saison wieder dorthin verliehen. Beim Drittligisten konnte er sich noch nicht durchsetzen, einer Startelfnominierung stehen fünf Einwechslungen gegenüber.

Robert Herrmann:
Auch bei ihm läuft es noch nicht rund. Für Aue absolvierte er erst zwei Partien, an fünf Spieltagen stand er gar nicht erst im Kader.

Valentino Jovic:
Der Vertrag mit dem 20-Jährigen Torhüter wurde im Sommer nach nur einem Jahr aufgelöst, er ist derzeit vereinslos.

Eroll Zejnullahu:
Nach dem Ende seiner Leihe kehrte der Deutsch-Kosovare zu Union Berlin zurück. Bisher schaffte es das Eigengewächs der „Eisernen“ aber noch nicht in den Spieltagskader.

Goran Karacic:
Nach einjähriger Leihe spielt der Torhüter wieder für Adanspor in der Türkei. Der 22-Jährige ist zwar die Nummer Eins beim Klub aus der ersten Liga, musste an den ersten sechs Spieltagen aber bereits zehn Gegentreffer hinnehmen. Adanaspor ist aktuell Tabellenvorletzter.

Haji Wright:
Auch der US-Amerikaner war nur ausgeliehen. Für ihn ging es im Sommer zurück zu Schalke 04, dort wurde er an die zweite Mannschaft abgegeben. Für diese traf er am ersten Spieltag nach vier Minuten, musste aber rund zehn Minuten später mit einem Muskelfaserriss ausgewechselt werden und ist noch nicht wieder fit.

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