Würzburger Kickers: Eric Verstappen als Ausnahme

Man spricht Deutsch beim Aufsteiger

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 30.07.20 | 14:23
Michael Schiele in Würzburg

Keinerlei Verständigungsprobleme mit seinen Schützlingen: Würzburgs Coach Michael Schiele. © imago images / foto2press

Mit Innenverteidiger Tobias Kraulich vom 1. FC Nürnberg II und dem aus dem eigenen Nachwuchs hochgezogenen Außenverteidiger Umut Ünlü stoßen nach jetzigem Stand zwei Akteure neu zum Kader der Würzburger Kickers, der aber sicherlich darüber hinaus noch weiter verstärkt werden wird. Die bisherigen Neuzugänge ändern derweil nichts an zwei Besonderheiten des Aufgebots von Trainer Michael Schiele.

Zum einen stellen die Kickers aktuell den jüngsten Kader der 2. Bundesliga, dem es folgerichtig auch an Erfahrung mangelt. Zum anderen ist auffällig, dass fast ausschließlich Spieler mit deutschem Pass unter Vertrag stehen.

Ein Grund dafür, dass der niederländische Torhüter Eric Verstappen der einzige Ausländer im Aufgebot ist, liegt zumindest teilweise an den Regularien der 3. Liga, in der Akteure aus Nicht-EU-Ländern in der Regel keine Spielerlaubnis erhalten. Folglich konnten die Würzburger Verantwortlichen in den letzten Jahren auf dem Transfermarkt nicht gänzlich uneingeschränkt agieren.

Lehre aus der Abstiegssaison?

In erster Linie dürfte dieser Kaderzusammenstellung aber auch zugrunde liegen, dass mögliche Kommunikationsschwierigkeiten direkt ausgeschlossen und Dinge einfacher vermittelt werden können, wenn alle Spieler der Sprache mächtig sind.

Und möglicherweise ist der Verzicht auf ausländische Spieler auch eine Lehre aus der Saison 2016/17. Nachdem zuvor der Aufstieg beinahe ohne Legionäre gelungen war, stießen Spieler wie der Costa-Ricaner Junior Diaz oder der Grieche Anastasios Lagos hinzu, die die Erwartungen nicht erfüllen konnten und auch nur bedingt die erhoffte Identifikation mit Verein und Umfeld an den Tag legten.

Nichtsdestotrotz ist keineswegs ausgeschlossen, dass die Kickers in den kommenden Wochen und Monaten bis zum in diesem Ausnahmejahr sehr späten Transferschluss am 5. Oktober auch noch den einen oder anderen ausländischen Spieler hinzuholen, sollte sich eine passende Gelegenheit bieten.