Würzburger Kickers: Trares-Effekt schon gegen Hannover?

Neuer Coach setzt auf Teamgeist

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 16.11.2020 | 12:00
Bernhard Trares bei den Kickers

Klare Ansage: Bernhard Trares will bei den Kickers unter anderem den Teamgeist stärken. ©Imago images/hmb-media

Die Länderspielpause nutzten die Würzburger Kickers bekanntlich zu einem Kurz-Trainingslager. Neben Spielformen wurden dabei auch „mit mehr oder weniger gelungenen Gesangseinlagen“, wie es auf der Kickers-Homepage heißt, die gegen Ende der Transferperiode verpflichteten Spieler willkommen geheißen.

Spieler also wie Ridge Munsy, die eigentlich bereits als Leistungsträger vorangehen sollten, wurden nochmals explizit integriert in die Truppe der Kickers, was auch zeigt, worauf der künftige Trainer Bernhard Trares Wert legt: Zusammenhalt und Einsatzbereitschaft, die den Mainfranken zuletzt abhanden ging.

Das Verhältnis der Mannschaft zu Ex-Coach Marco Antwerpen war dem Vernehmen nach offenbar angeknackst, Trares könnte nun zum Gegenentwurf werden. „Wer mit Trares arbeitet, macht die Erfahrung, dass er sich auf ihn jederzeit verlassen kann“, sagte etwa Reiner Maurer, der mit dem gebürtigen Bensheimer einst bei 1860 München zusammenarbeitete, unserer Schwestern-Seite Liga-Drei.de einst in der Rubrik „Chapeau“.

Mentalität im Fokus

Trares wurde darin für sein Jahres-Werk 2019 ausgezeichnet, ein Jahr, in dem er mit Waldhof Mannheim in die dritte Liga aufstieg und dort mit mutigem Fußball die Kritiker überzeugte. Auf dem Platz verzichtete er dabei meist auf Experimente, wenn er die Grundordnung veränderte, dann nur marginal.

Eine größere Bandbreite zeigte sich teilweise nach Spielen in Interviews. Besonders, wenn er seine Mannschaft ungerecht behandelt sah, redete er in alter Manier des Ruhrpotts, wo er zwischen 2011 und 2015 beim FC Schalke 04 beschäftigt war, Tacheles.

Ehrliche Worte bekommen allerdings auch die eigenen Spieler zu hören. „So war er dann tatsächlich oftmals mit höllischem Indianergebrüll aktiv, um die Jungs so richtig wachzurütteln“, erzählte Maurer damals weiter. Das Wachrütteln ist bei den Kickers angesichts von nur einem Punkt aus sieben Spielen früher als später nötig. Im ersten Trares-Spiel (gegen Hannover 96) sind die Mainfranken jedenfalls eher mit Tomahawk bewaffnet denn mit Friedenspfeife in den Händen zu erwarten.