1. FC Nürnberg: Kein Platz mehr für Hanno Behrens

Mittelfeldmann nur noch Vize-Kapitän

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 24.09.20 | 05:45
Hanno Behrens

Kapitänsbinde weg, der Stammplatz auch? Hanno Behrens ist nicht mehr gesetzt. © imago images / Eibner

In der Saison 2017/18 war Hanno Behrens einer der Protagonisten des Aufstieges des 1. FC Nürnberg. Mit 14 Toren und vier Vorlagen zählte der Mittelfeldspieler zu den herausragenden Akteuren jener Zweitliga-Spielzeit, konnte indes schon anschließend in der Bundesliga das Niveau nicht mehr halten. Nur noch vier Treffer und drei Assists gelangen Behrens, der zusammen mit seinen Kollegen den direkten Rückweg in die Zweitklassigkeit antreten musste.

Und auch dort kam Behrens nicht an seine alte Form heran. Fünf Tore und sechs Vorlagen in 34 Spielen sind für einen zentralen Mittelfeldspieler zwar noch immer eine passable Bilanz, doch der inzwischen 30-Jährige hat mit seinen Leistungen in der Vergangenheit die Messlatte deutlich höher gelegt. Deshalb und natürlich auch wegen der schwächer gewordenen Leistungen stand Behrens in der insgesamt aus Club-Sicht völlig enttäuschenden Spielzeit 2019/20 verstärkt in der Kritik.

Geis und Krauß wohl auf der Doppelsechs

Die negative Entwicklung des einstigen Helden scheint sich nun in der neuen Saison fortzusetzen. Denn deutet man alle Anzeichen richtig, hat Behrens nicht nur die Kapitänsbinde, sondern auch seinen Stammplatz eingebüßt.

Wie der FCN am gestrigen Donnerstag mitteilte, votierte die Mannschaft bei der Wahl des Spielführers für Enrico Valentini. Behrens gehört zusammen mit dem neuen Kapitän sowie Manuel Schäffler, Christian Mathenia und Fabian Nürnberger zwar noch dem Mannschaftsrat an, hat aber offenbar auch intern an Standing verloren.

Sicherlich auch deshalb, weil sich zumindest für die ersten Pflichtspiele beginnend mit der Pokalpartie gegen RB Leipzig eine Reservistenrolle des 2015 von Darmstadt 98 an den Valznerweiher gekommenen Mittelfeldmannes abzeichnet. Im 4-4-2 des neuen Trainers Robert Klauß haben voraussichtlich Johannes Geis und Neuzugang Tom Krauß auf der Doppelsechs die Nase vorne. Eine Zehner- oder Achter-Position, für die Behrens ein heißer Kandidat wäre, gibt es unterdessen im System mit zwei Spitzen nicht.

Behrens muss sich somit erst einmal in Geduld üben, dürfte gleichzeitig die Entwicklung aber genau verfolgen. Schließlich hat die anstehende Saison für den Routinier auch mit Blick auf den 2021 auslaufenden Vertrag keine geringe Bedeutung.