1. FC Nürnberg: Nur zwei Dinge machen Hoffnung

Die Ausgangsposition und die Historie sprechen für den Club

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 22.06.20 | 08:07

Christian Mathenia

Musste gegen Stuttgart sechs Mal hinter sich greifen: Christian Mathenia. © imago images / Zink

Das mit dem 6:0-Sieg am Dienstag im Kellerduell beim SV Wehen Wiesbaden aufgebaute Selbstvertrauen hat der 1. FC Nürnberg nur fünf Tage später wieder komplett zerstört. Gegen den VfB Stuttgart leisteten die Franken einen Offenbarungseid, kamen im eigenen Stadion mit 0:6 unter die Räder und müssen nun bis zum letzten Spieltag um den direkten Klassenerhalt bangen.

Zwar ist dank der Niederlage von Wehen Wiesbaden bei Darmstadt 98 der direkte Abstieg in die 3. Liga nicht mehr möglich, doch eigentlich hatte man sich beim Club erhofft, schon gegen Stuttgart alles klar machen zu können. Stattdessen hat sich der FCN sein unter der Woche aufpoliertes Torverhältnis sofort wieder zerschossen und steht in dieser Hinsicht nun um einen Treffer schlechter da als der KSC, der mit zwei Punkten weniger auf Relegationsplatz 16 ins Saisonfinale geht.

Bei einem Karlsruher Sieg am letzten Spieltag bei Greuther Fürth wäre für Nürnberg somit schon ein Unentschieden bei Holstein Kiel zu wenig. Dennoch ist die noch immer gute Ausgangsposition einer von zwei Mutmachern für den Club, der ansonsten nach dem desolaten Auftritt gegen Stuttgart kaum Argumente in eigener Sache vorbringen kann.

Gegen Kiel noch ungeschlagen

Der zweite Punkt, der Hoffnung macht, ist die Historie des direkten Duells mit Holstein Kiel. Nach sechs Vergleichen hat Nürnberg bei vier Siegen und zwei Unentschieden noch nie gegen die Störche verloren und in Kiel sogar alle drei bisherigen Gastspiele gewonnen. Ein wenig relativieren muss man diese Statistik freilich schon. Denn zwei der drei Auswärtssiege an der Kieler Förde gelangen dem Club in den Endrunden zur Deutschen Meisterschaft 1928/29 und 1931/32.

Aber auch das bislang einzige Zweitliga-Gastspiel in Kiel entschied der FCN in der Aufstiegssaison 2017/18 mit 3:1 für sich. Am 23. April 2018 erzielten mit Georg Margreitter und zwei Mal Hanno Behrens zwei Akteure die Tore, die gegen Stuttgart mit ihren Kollegen untergingen, am kommenden Sonntag aber dennoch die Kohlen aus dem Feuer holen sollen.

Als Stabilisator dürfte dann auch der gegen Stuttgart gelbgesperrte Patrick Erras dabei sein, dessen Erinnerungen an die letzte Kiel-Reise allerdings nicht die besten sind. Bei jenem 3:1-Sieg erlitt Erras früh eine Innenbandverletzung, musste nach 24 Minuten ausgewechselt werden und war in der Folge bis zum Saisonende nur noch Zuschauer.

Das Restprogramm des 1. FC Nürnberg