1. FC Nürnberg: Potenzielle Neuzugänge – diese Spieler sind zu haben

Autor: Christian Slotta Veröffentlicht: Donnerstag, 30.07.20 | 17:14

Wird Bouhaddouz ein Thema?

Nachdem Nürnberg-Trainer René Weiler vergangene Woche Neuzugänge für den Winter ankündigte, fragen sich die Club-Fans nun natürlich, welche Spieler es an den Valznerweiher ziehen könnte. Die Verantwortlichen halten sich gewohnt bedeckt, liga-zwei.de hat potenzielle Kandidaten ausfindig gemacht. Dabei liegt der Fokus auf Feldspielern, nachdem mögliche neue Keeper bereits vorige Woche diskutiert wurden.

Even Hovland im Duell mit Aziz Bouhaddouz

Bald im FCN-Trikot? Sandhausens Aziz Bouhaddouz (r.) wäre im Winter wohl zu haben. ©Imago

Vereinslose Spieler

Die günstigste Möglichkeit für den 1. FC Nürnberg wären vereinslose Spieler. Diesen fehlt zwar die Spielpraxis, sind aber ablösefrei und zumeist gehaltstechnisch preiswert zu bekommen. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder positive Beispiele vereinsloser Akteure, die im Laufe einer Saison zu Leistungsträger wurden (wie zum Beispiel Levels in Ingolstadt oder Boenisch in Leverkusen).

In Deutschland können sich vereinslose Profis in einem Camp der Spielergewerkschaft VdV fit halten, aus dem aktuellen „Kader“ (prominentester Name: Dominik Reinhardt) dürfte aber niemand für den „Club“ in Frage kommen. Viele Akteure auch selbst für ihre Fitness, in dem sie Personal-Trainer engagieren oder bei den Zweitvertretungen von Ex-Klubs mittrainieren.

Patrick Ochs (216 Bundesligaspiele)
Im April 2014 lief Patrick Ochs zuletzt in der Bundesliga auf, ehe er nach den Folgen eines Kreuzbandrisses in der darauf folgenden Saison nicht mehr zum Zug kam und im Sommer den VfL Wolfsburg verlassen musste. Obwohl der 31-jährige Ochs über viel Erfahrung verfügt und auf der rechten Seite sowohl defensiv als auch offensiv agieren kann, fand sich bisher kein Abnehmer. Nimmt er finanzielle Abstriche hin, könnte er für den FCN interessant werden.

Christian Pander (141 Bundesligaspiele)
Vor gut acht Jahren zählte Christian Pander zu den größten Linksverteidiger-Talenten Deutschlands, schoss für die Nationalelf ein Traumtor in Wembley. Zahlreiche Verletzungen und gesundheitliche Rückschläge verhinderten eine große Karriere des schussgewaltigen 32-jährigen. Nachdem sein Kontrakt in Hannover im Sommer nicht verlängert wurde, wartet Pander auf Angebote. Hinten links hätte der Club zwar keinen akuten Bedarf, bei einem Verkauf von Stammspieler Sepsi könnte Pander eine Alternative werden – wobei die Franken sicher auf ausgiebige Medizintests setzen dürften.

Ciprian Marica (126 Bundesligaspiele)
Vor gut 4 Wochen löste der Ex-Schalker Marica seinen Vertrag beim türkischen Erstligisten Konyaspor auf und ist seitdem vereinslos. Der Rumäne verkörpert einen als klassischer Mittelstürmer einen Spielertypen, den die Nürnberger gut gebrauchen könnten, nachdem mit Stefan Kutschke nicht mehr geplant wurde. Nach seinem Abstecher in die Türkei ist der mittlerweile 30-Jährige vom Radar der Top-Klubs verschwunden, dürfte sich gehaltstechnisch aber auch am Nürnberger Limit bewegen. Maricas ehemaliger Mannschaftskollege Cacau (VfB Stuttgart), der zwischenzeitlich bei 1860 im Gespräch war, ist derweil kein Thema.

Leihgeschäfte

Mit Leihgeschäften machte der 1. FC Nürnberg in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen, wenn man an Ekici, Didavi, Schieber oder Kerk denkt. Dass Leihspieler bei den Franken in der Regel eine faire Chance bekommen, macht den FCN zu einer guten Adresse für Bundesligisten, ihre Talente dort zu „parken“ und Spielpraxis zu gewähren.

Patrick Weihrauch (FC Bayern)
Mit zehn Treffer gehört das Talent Weihrauch zu den torgefährlichsten Spielern in der Regionalliga Bayern, wartet aber nach wie vor auf einen Bundesliga-Einsatz. Im Sommer ließen ihn die Verantwortlichen der Münchener nicht ziehen, da sie Weihrauch für den anvisierten Aufstieg in die 3. Liga benötigen. An dieser Haltung ändert sich im Winter nichts. Nach der Saison ist Weihrauch allerdings ablösefrei und könnte dann interessant werden.

Nadiem Amiri (1899 Hoffenheim)
Der 19-Jährige Deutsch-Afghane kam in dieser Spielzeit erst zur drei Kurzeinsätzen, wird bei den Kraichgauern aber hoch geschätzt. Für den anstehenden Abstiegskampf ist Amiri vielleicht nicht der richtige Mann, in der neuen Saison unter Nagelsmann aber eingeplanter Bestandteil. Weitere Spielpraxis außerhalb der Regionalliga würden dem vielseitig einsetzbaren Mittelfeld-Akteur (zentral, links) daher gewiss gut tun.

Vladlen Yurchenko (Bayer Leverkusen)
Bei Bayer kommt der 21-Jährige Ukrainer an Chicharito und Kießling (noch) nicht vorbei, zeigte im DFB-Pokal aber bereits gute Ansätze. Bayer plant langfristig mit Yurchenko und dürfte den Vertrag im Winter wohl verlängern. Da Leverkusen seine zweite Mannschaft abgemeldet hat, käme nur eine anschließende Ausleihe in Frage.

Baldiges Vertragsende

Je nachdem ob der Club seine „Ladenhüter“ Kutschke, Koch, Gebhart und Sylvestr im Winter los wird, könnte etwas Geld in die Kassen kommen. Gelingt der Weiler-Elf im DFB-Pokal gegen Hertha das Weiterkommen, stünde noch etwas mehr Kapital zur Verfügung – wenngleich ein Gros zur Schuldentilgung genutzt würde. Um die Ablösen so gering wie möglich zu halten, sind Spieler mit einem Vertragsende im Juni 2016 interessant.

Azid Bouhaddouz (SV Sandhausen)
Mit sieben Tor-Beteiligungen in nur acht Spielen hat Bouhaddouz maßgeblichen Anteil am Höhenflug des SV Sandhausen. Seinen im Sommer 2016 auslaufenden Vertrag hat der Angreifer bislang noch nicht verlängert. Spieler-Verkäufe in einer laufenden Saison sind bein den finanziell oft gebeutelten Sandhäusern kein Tabu-Thema, sodass Bouhaddouz für einen mittleren sechsstelligen Betrag wohl zu haben wäre.

Olivier Jäckle (FC Aarau)
Olivier wer? Diesen jungen Innenverteidiger dürften nur absolute Fußball-Insider kennen. Club-Trainer Weiler dürfte um die Qualitäten des Deutsch-Schweizers wissen, führte er ihn beim FC Aarau einst in die erste Mannschaft. Mit seinen 22 Jahren hat Jäckle noch viel Entwicklungspotential und könnte aus der zweiten Schweizer Liga angesichts des baldigen Vertragsendes sicherlich kostengünstig losgeeist werden.

Matus Bero (AS Trencin)
Mit Robert Vittek und Marek Mintal holte der FCN einst echte Export-Schlager aus der Slowakei. Der 20-Jährige Bero ist ein höchst interessanter „Sechser“ mit außerordentlicher Torgefahr. In 15 Saisonspielen beim slowakischen Tabellenführer netzte der aktuelle U21-Nationalspieler neunmal ein. Wie Jäckle wäre Bero allerdings eher perspektivisch interessant und keine Sofort-Verstärkung.

Alexander Gorgon (Austria Wien)
Der Österreicher von der Wiener Austria war im Sommer bereits beim 1.FC Kaiserslautern in Gespräch, blieb dann aber doch in der Landeshauptstadt. Mit seinen neun Saisontoren trägt Gorgon dazu bei, dass die Austria derzeit als Tabellenführer grüßt. Bleiben die Wiener bis zur Winterpause ganz oben, wird Gorgon wohl nicht wechseln. Im Sommer könnte das dann aber ganz anders aussehen, läuft sein Vertrag dann doch aus. Mit 27 Jahren wäre dann die 2. Deutsche Bundesliga gewiss interessanter als weitere Spielzeiten in der tipico Liga.

Julian Schuster (SC Freiburg)
Der Freiburger Kapitän spielt bei den Breisgauern sportlich kaum noch eine Rolle, kommt über Einwechslungen nicht hinaus, hat aber nach wie vor gehobenes Zweitliga-Format. Zudem wären Schuster Führungsqualitäten in Nürnberg interessant. Der vereinstreue Schuster würde den SC allerdings nur verlassen, wenn er ein Signal bekommt, dass nach Vertragsende 2016 nicht mehr mit ihm geplant wird. Ob es das bis zum Winter gibt, ist fraglich.

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