Veröffentlicht: Samstag, 12.09.2026 | 23:24

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Hauke Wahl kehrte mit dem VfL Wolfsburg zu seinem Ex-Verein FC St. Pauli zurück und kassierte die erste Saisonniederlage. Nach dem Spiel sprach der Innenverteidiger unter anderem mit LIGA-ZWEI.DE über das Duell mit seinem Ex-Verein, die hohen Erwartungen an den VfL Wolfsburg und über Fabian Reese.

Herr Wahl, Ihre Rückkehr zu St. Pauli haben Sie sich wahrscheinlich anders vorgestellt. Wie bitter ist es, das Spiel in diesem letzten Moment zu verlieren?

Wir haben einen Fehler gemacht, und der Ball wird abgefälscht. Ich glaube, wenn der Ball nicht abgefälscht wird, dann steht Kuba dahinter und fängt ihn wahrscheinlich. Das ist Fußball. Das sind einfach so Momente, in denen es unglücklich läuft. Das hat heute leider das Spiel entschieden.

Die Ergebnisse waren bislang immer okay oder gut. Konnte man trotzdem ein Stück weit ahnen, dass so eine Niederlage kommen kann, weil Sie nach den vielen Veränderungen noch nicht ganz so souverän und sattelfest sind?

Wir sind weit davon entfernt, irgendwo hinzufahren und jede Mannschaft im Vorbeigehen wegzuschießen. Das ist harte Arbeit. Wenn man die Leistung von letzter Woche mit dieser Woche vergleicht, war sie deutlich besser. In der ersten Hälfte waren wir sehr dominant, haben wenig zugelassen und uns Chancen herausgespielt. Da hat einfach das eine oder andere Tor gefehlt. In der zweiten Hälfte waren wir nicht mehr ganz so dominant. Wir haben zwar spielerische Lösungen gefunden, aber es zu selten geschafft, den Gegner in seiner Hälfte einzuschnüren. Trotzdem haben wir einen guten Schritt gemacht, weil wir aus dem Spiel heraus wenig zugelassen haben. Aber wir hatten einige Ballverluste, bei denen wir nicht gut gestaffelt waren. Das ist einfach ein Prozess, und da gehören auch Niederlagen dazu. Man darf nicht vergessen: Wir sind noch nicht so lange zusammen und dabei, uns zu finden. Das sind kleine Ausreden, aber ein Stück weit auch Begründungen dafür, warum es noch nicht auf dem hohen Level ist, das man von uns erwartet.

Haben sich diejenigen getäuscht, die Sie zum Topfavoriten gemacht haben?

Diese Diskussion über Topfavorit oder nicht spielen wir nicht mit. Am Ende ist entscheidend, wer am 34. Spieltag oben steht. Wir müssen von Spiel zu Spiel denken, unsere Hausaufgaben machen und besser werden. Heute haben wir einen Schritt gemacht, aber verloren. Wenn wir ein anderes Ergebnis haben, reden wir wahrscheinlich darüber, dass wir eine sehr gute Leistung gezeigt und sehr abgezockt gespielt haben. Es hat einfach das Tor gefehlt, und wir haben einen Fehler zu viel gemacht.

Ihr Mitspieler Kilian Fischer hat gesagt, Sie seien noch weit davon entfernt, ein Topteam zu sein. Würden Sie das auch so sehen?

Ja, das sieht man heute. Wir spielen einfach noch nicht auf dem hohen Level, auf dem wir spielen können. Wir haben einen sehr hohen Anspruch an uns. Den hatten wir auch, als wir die Spiele gewonnen haben, und auch da waren wir nicht mit uns zufrieden. Wir müssen im Training weiterarbeiten, damit es immer mehr klickt und wir den anderen immer besser verstehen. Ich glaube, in den nächsten Wochen sieht man wahrscheinlich noch einen anderen VfL.

Wie sehr wirft Sie so eine Niederlage zurück, was das Selbstvertrauen und die Überzeugung von Ihrem Weg betrifft?

Wir sind weit davon entfernt, nicht von dem überzeugt zu sein, was wir spielen. Es müssen einfach immer mehr Abläufe entstehen. Es gehört auch zur Wahrheit, dass uns mittlerweile ein paar Spieler wegbrechen. Wir haben es bisher noch gar nicht geschafft, über eine längere Strecke mal die gleiche Elf auf den Platz zu bekommen. Trotzdem ist das einfach ein Prozess. Da macht so eine Niederlage nichts mit uns.

Jonas Adjetey hat schon vor Ihrer Zeit eine schwere Zeit hier gehabt. Heute kommt er erst im Laufe des Spiels rein, macht dann diesen spielentscheidenden Fehler und fälscht den Ball auch noch ab. Wie können Sie ihm jetzt helfen?

Er ist am Boden zerstört. Johnny ist ein ganz, ganz feiner Kerl. Ich glaube, er ist der höflichste und liebste Mensch auf der Welt. Wirklich ein super Teamkollege, den man sich nur wünschen kann. Manchmal hat man einfach einen rabenschwarzen Tag. Da passiert ein Fehler, dann will man ihn ausbügeln und fälscht den Ball auch noch ab. Aber wir haben als Mannschaft verloren. Heute hat nicht Johnny das Spiel verloren. Wir haben vorher das Tor nicht gemacht und nicht dominant genug gespielt. Wir können ihn jetzt nur aufbauen. Wir haben ihm auch gesagt: Er ist nicht schuld daran, dass wir verloren haben. Fußball ist ein Teamsport. Genauso wie der Siegtorschütze nicht allein das Spiel gewinnt, verliert auch nicht ein Einzelner das Spiel.

Abgesehen vom Ergebnis: Wie hat sich die Rückkehr für Sie angefühlt?

Schön. Ich habe es sehr genossen, in diesem Stadion zu spielen. Der Empfang war sehr, sehr herzlich. Einzig das Ergebnis war nicht so schön.

Waren Sie erleichtert, dass es keine Pfiffe gab? Nach Ihrem Wechsel waren Sie sich ja selbst nicht sicher, wie Sie empfangen werden.

Ja, ich war sehr glücklich, dass ich auch Beifall bekommen habe und dass honoriert wurde, was ich in den letzten drei Jahren hier geleistet habe. Das hat mich sehr stolz gemacht, das sage ich ganz ehrlich. Es hat mir viel bedeutet.

Wie wichtig ist es auch, dass die Pfiffe gegen Fabian Reese jetzt vorbei sind – oder zumindest heute nicht aufgekommen sind?

Ich glaube, wir müssen dieses Thema langsam einfach mal zumachen, weil da sehr viel hineininterpretiert wird. Gefühlt hat mittlerweile jeder eine Meinung dazu. Ich habe nicht erwartet, dass Fabi hier ausgepfiffen wird. Wir sollten den Jungen jetzt auch einfach mal in Ruhe lassen. Es wurde wahrscheinlich noch nie über den Wechsel eines Spielers so viel diskutiert wie über den von Fabi Reese. Da sollten wir alle das Thema jetzt einfach mal zumachen. Vielleicht ist es ja heute vorbei.