Darmstadt 98: Interview mit Marcel Schuhen

"Uns fällt ein Stein vom Herzen"

Marcel Schuhen packt gegen St. Pauli zu.

Nicht zu überwinden: Marcel Schuhen kehrte gegen St. Pauli ins Darmstädter Tor zurück. ©imago images/Jan Huebner

Marcel Schuhen kehrte nach seinem überstandenem Armbruch wieder in das Tor des SV Darmstadt zurück und feierte beim FC St. Pauli ein erlösendes 1:0. Nach dem Spiel sprach der Torwart über sein Comeback, den Konkurrenzkampf mit Florian Stritzel und die Situation von Tobias Kempe.

Herr Schuhen, Sie sind wieder zurück im Tor und haben die Sieglos-Serie mit beendet. Wie schön fühlt sich das für Sie an?
Marcel Schuhen: „Sehr, sehr schön. Uns allen ist ein Stein vom Herzen gefallen. Im Fußball geht es um Ergebnisse und nicht um die Art des Fußballs. Ich persönlich fand die Art in den letzten Wochen nämlich okay. Aber in unserer Situation gibt es nichts Schöneres, als ein dreckiges 1:0 am Samstagmittag bei Nieselregen.“ 

Was bedeutet der Sieg nun?
Schuhen: „Es war wichtig zu sehen, dass wir noch Spiele gewinnen können. Wie gesagt: Die Art und Weise, wie wir spielen, war gut. Aber das war heute teilweise gar nicht gefragt. Es ging um Kampf, weil St. Pauli in den Heimspielen mit viel Druck spielt. Dass wir nun einen Dreier erspielt haben, ist sehr gut. Nun können wir uns auf das nächste Spiel vorbereiten.“

Jetzt freue ich mich auf das erste Heimspiel. (über Aue am nächste Freitag)

Am ersten Spieltag standen Sie im Tor und spielten beim HSV 1:1. Nun kehrten Sie nach Ihrer Verletzung wieder zurück und gewinnen bei St. Pauli. Bedeutet: Sie sind in Hamburg noch ungeschlagen…
Schuhen: „Ich hoffe, dass ich nicht nur in Hamburg ungeschlagen bleibe (grinst). Ich war natürlich froh, wieder spielen zu dürfen. Dass das wieder in Hamburg war, ist ein Zufall, wie es ihn im Leben manchmal eben gibt. Aber jetzt freue ich mich auf das erste Heimspiel.“

Sie haben zu Null gespielt. Das ist für einen Torwart ja immer sehr wichtig. Wie beurteilen Sie Ihre eigene Leistung? Es sah so aus, als wären Sie nie weg gewesen…
Schuhen: „Das ist ein großes Kompliment, vielen Dank dafür. Dann habe ich ja nicht so viel verkehrt gemacht. Aber dafür arbeite ich auch tagtäglich mit dem Torwartteam. Ich habe mich bereits in unserem Testspiel gegen Würzburg gut gefühlt. Ich bin froh, dass ich das in dieses Spiel transportieren konnte.“

Ich denke, dass auch er einen guten Job gemacht hat. (über seinen Vertreter Florian Stritzel)

Der Trainer hatte sich kürzlich noch sehr bedeckt gehalten, ob Sie wieder in das Tor zurückkehren oder ob weiterhin Florian Stritzel zwischen den Pfosten stehen darf. Wie haben Sie diesen Entscheidungsprozess miterlebt?
Schuhen: „Es war lange offen und war sicherlich eine enge Entscheidung. Ich denke, dass auch er einen guten Job gemacht hat. Er hatte gute Spiele. Dann entscheiden eben Nuancen darüber, ob man spielt oder nicht.

Man muss auch einmal sagen, dass Torhüter nie alleine ihre Leistung bringen können. Das hat immer etwas mit dem Team zu tun. Ich glaube, wir beide haben wirklich ein hervorragendes Verhältnis. Im Endeffekt kann aber nur einer zwischen den Pfosten stehen und muss die Kohlen aus dem Feuer holen.“ 

Einmal zappelte der Ball im Netz. Allerdings wurde der Treffer des FC St. Pauli wegen Abseits nicht gegeben. Haben Sie das sofort gemerkt?
Schuhen: „Man hat als Torwart immer ein Gefühl für die Situation. Wäre das kein Abseits gewesen, hätte ich mich jedenfalls sehr gewundert.“ 

Wir haben ihm das heute gegönnt, auch den Jubel vor der Fankurve. (über Tobias Kempe)

Tobias Kempe kam als Einwechselspieler in die Partie und bereitete das Tor vor, nachdem er zuvor drei Spiele nicht zum Einsatz kam und zwei Mal gar nicht erst im Kader stand. Wie beurteilen Sie seine Situation?
Schuhen: „Ich kann nur sagen, dass Toby ein Teil der Mannschaft ist. Er ist genauso wichtig wie jeder andere Spieler auch. Er hat natürlich gute und teilweise auch herausragende Qualitäten, die er auch beim Standard gezeigt hat.

Es gibt sicherlich eine besondere Liebe zwischen ihm und dem Verein. Trotzdem sollte man nicht einen Spieler herausheben. Die ganze Mannschaft ist wichtig, und wir haben heute gesehen, dass die Truppe intakt ist und dass es keine Differenzen gibt. Wir haben ihm das heute gegönnt, auch den Jubel vor der Fankurve.“

Nun geht es weiter Schlag auf Schlag. Freitag findet das Heimspiel gegen Erzgebirge Aue statt, dann das Pokalspiel gegen Karlsruhe. Was bedeutet der Sieg im Hinblick auf die nächsten Aufgaben?
Schuhen: „Letztendlich bedeutet das nur, dass wir jetzt drei Punkte mehr haben. Natürlich ist eine gewisse Erleichterung da. Aber am Freitag erwartet uns schon wieder eine ganz andere Aufgabe.“

Herr Schuhen, vielen Dank für das Gespräch!

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