Darmstadt 98: Vierter Streich beim HSV?

Lilien mit drei Siegen in Folge im Volksparkstadion

Marvin Mehlem

Marvin Mehlem avancierte im März beim 3:2-Sieg der Lilien in Hamburg mit einem Doppelpack zum Matchwinner. © imago images / Jan Hübner

Wenn Darmstadt 98 am Sonntag um 13.30 Uhr beim Hamburger SV die Saison eröffnet, handelt es sich in mehrerlei Hinsicht nicht um eine gewöhnliche Partie. Zum einen treffen die Lilien mit Daniel Heuer Fernandes und Christoph Moritz gleich auf zwei Spieler, die bis Mai noch das Darmstädter Trikot trugen.

Und zum anderen ist die Statistik des direkten Duells beider Vereine fraglos bemerkenswert. Denn während Darmstadt zu Hause bei sechs Anläufen noch nie gegen den HSV gewinnen konnte und bei zwei Unentschieden viermal den Kürzeren zog, feierten die Lilien bei sechs Auftritten in der Hansestadt drei Siege – und zuletzt nahm Darmstadt dreimal hintereinander alle drei Zähler aus dem Volksparkstadion mit.

Sulu leitet beide Bundesliga-Auswärtssiege ein

Begonnen hat die Serie in der Bundesliga-Saison 2015/16. Nach einem 1:1 im Hinspiel am Böllenfalltor siegte die damals von Dirk Schuster trainierte Lilien-Elf am 29. Spieltag in Hamburg mit 2:1 und fuhr damit drei weitere wichtige Punkte auf dem Weg zum Klassenerhalt ein. Aytac Sulu und Jerome Gondorf hatten Darmstadt mit 2:0 in Führung geschossen, Lewis Holtby konnte für den HSV nur noch verkürzen.

Eine Spielzeit später gewann der HSV zwar mit 2:0 in Darmstadt, doch im Rückspiel am 30. Spieltag hatten wiederum die zu diesem Zeitpunkt schon so gut wie abgestiegenen Lilien die Nase vorne. Abermals brachte Sulu Darmstadt das Team von Trainer Torsten Frings in Führung. Felix Platte legte das 2:0 nach. Ein Eigentor von Fabian Holland zum 2:1-Endstand aus Darmstädter Sicht sorgte nur noch kurz für Spannung.

Mehlem und Kempe sorgen für den Turnaround

Am spektakulärsten verlief indes sicher das jüngste Aufeinandertreffen am 16. März diesen Jahres. Bereits nach 15 Minuten führte der HSV durch Tore von Bakery Jatta und Pierre-Michel Lasogga mit 2:0. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Pause und nichts deutete zu diesem Zeitpunkt auf einen Aus HSV-Sicht schwarzen Tag hin.

Doch mit dem Anschlusstreffer von Marvin Mehlem, der nach der frühen Auswechslung des schwachen Joevin Jones auf die linke Seite gerückt war und dort nicht zu kontrollieren war, geriet der HSV früh im zweiten Durchgang ins Wanken. Tobias Kempe mit einem verwandelten Freistoß in der 82. Minute und nochmals Mehlem bereits in der Nachspielzeit drehten die Begegnung dann komplett und sorgten für großen und zwischenzeitlich kaum noch zu erwartenden Jubel auf Seiten der Gäste.

An das Gefühl, aus Hamburg mit einem Erfolg im Gepäck die Heimreise anzutreten, hat man sich bei Darmstadt 98 nun fast schon gewöhnt. Dort nun den vierten Streich in Serie folgen zu lassen, stellt allerdings mit Blick auf einen mutmaßlich stärkeren und stabileren Gegner aber eine große Herausforderung dar.