Darmstadt 98: Zu anfällig für einen Spitzenplatz?

Nur Würzburg lässt mehr Gegentore zu

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Dienstag, 10.11.20 | 09:24
Markus Anfang

Seine Mannschaften standen in den vergangenen Jahren stets für Spektakel: Markus Anfang. © imago images / Jan Hübner

Vor der Saison von nicht wenigen Experten zum Kreis der Aufstiegskandidaten gezählt hat Darmstadt mit neun Punkten aus den ersten sieben Spielen einen eher durchwachsenen Saisonstart hingelegt. Drei Zähler Rückstand auf den dritten Tabellenplatz und auch nur vier Punkte bis Rang zwei lassen Darmstadt 98 zwar alle Möglichkeiten offen, doch um tatsächlich oben mitmischen zu können, dürfen sich Auftritte wie am letzten Wochenende gegen den SC Paderborn (0:4) nicht mehr oft wiederholen.

Sicherlich war es ein völlig gebrauchter Tag für die Lilien und Trainer Markus Anfang, der schon 2018/19 mit dem 1. FC Köln in beiden Duellen mit Paderborn (3:5 zu Hause, 2:3 auswärts) alles andere als gut aussah. Allerdings waren insbesondere die vier kassierten Gegentore auch kein negativer Ausreißer, sondern passte zum bisherigen Saisonverlauf. Denn nur ein Mal spielte Darmstadt zu Null und stellt ansonsten mit 15 Gegentreffern in sieben Partien die zweitschwächste Defensive hinter den Würzburger Kickers (18).

Die Balance stimmt noch nicht

Um derart viele Gegentore kompensieren zu können, benötigt es schon eine überragende Offensive, die Darmstadt trotz beachtlicher zwölf Treffer an den ersten sieben Spieltagen nur eingeschränkt besitzt. 2017/18 bei Holstein Kiel (71:44 Tore am Ende) und 2018/19 beim 1. FC Köln (76:41 bis zum Trainerwechsel nach 31 Spieltagen) verfügten Anfangs Mannschaften über nochmals deutlich gefährlichere Offensivreihen, die so manche Defensivschwäche wettmachen konnten.

Das gelang Darmstadt in dieser Saison im DFB-Pokal beim 1. FC Magdeburg (3:2) sowie beim 1. FC Nürnberg (3:2) und beim Karlsruher SC (4:3) zwar auch, doch auf Dauer wird es unerlässlich sein, die Anzahl der Gegentore mit einer besseren Balance zu verringern. Dazu gehört natürlich auch ein sicheres Aufbauspiel, das gegen aggressive Paderborner mit das größte Manko war.

Dank der Länderspielpause ist in den kommenden beiden Wochen bis zum Spiel am 22. November bei Erzgebirge Aue aber erst einmal genügend Zeit, um an den ausgemachten Defiziten zu arbeiten.