Hannover 96: Doppel-Sechs im Derby?

Ruhende Bälle könnten ein Problem werden

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Montag, 28.09.2020 | 11:10
Dominik Kaiser gegen Osnabrück.

Dominik Kaiser steht vor seinem ersten Niedersachsen-Derby. ©imago images/Joachim Sielski

Die 1:2-Niederlage in Osnabrück war für Hannover 96 bereits früh in der Saison ein erster Dämpfer. Nach den Siegen im Pokal über Würzburg und zum Auftakt Karlsruhe sind die „Roten“ bemüht, den Fokus gleich auf die nächste Aufgabe zu richten: Das prestigeträchtige Derby gegen Eintracht Braunschweig.

In Vorbereitung auf das Duell mit den „Löwen“ dürfte Trainer Kenan Kocak aber nicht umhin kommen, auch die 90 Minuten an der Bremer Brücke nochmal genau unter die Lupe zu nehmen. „Wir haben einige Spieler in unseren Reihen, die während der Vorbereitung hinzugestoßen sind. Die müssen sich noch akklimatisieren, sie sind noch nicht so weit“, hatte der 96-Coach im Kicker (Ausgabe vom 28.09.2020) bereits nach dem Spiel gegen den VfL eine erste, kurze Analyse parat.

Weniger Risiko im Derby?

Vier dieser Neuzugänge standen am vergangenen Freitag in der Startelf, namentlich Mike Frantz, Sei Muroya, Niklas Hult sowie Jaka Bijol. Während Letztgenannter erst vor rund eineinhalb Wochen zur Mannschaft stieß, wurden die beiden Außenverteidiger im August verpflichtet. Lediglich Frantz war zum Trainingsauftakt am 3. August bereits an der Leine und fällt damit wohl nicht unter die von Kocak thematisierten Akteure.

Die fehlende Abstimmung von Bijol mit seinen Nebenleuten war dabei gegen Osnabrück nicht zu übersehen, in der Kürze der Zeit aber auch nicht weiter verwunderlich. Wurde das Risiko mit dem 21-Jährigen aber gegen den VfL nicht belohnt, darf bezweifelt werden, ob es Kocak im Derby erneut angeht.

Schwäche bei ruhenden Bällen

Denn klar ist: Eine Niederlage gegen die Eintracht und es bricht Unruhe aus in Hannover. Um dies zu vermeiden, könnte wie beim Pokal-Erfolg über Würzburg eine Umstellung auf ein 4-4-2 inklusive Doppel-Sechs erfolgen. Frantz und Kapitän Dominik Kaiser bildeten gegen die Kickers das Duo vor der Abwehr, ihre Routine und Erfahrung könnte dort besonders wichtig sein.

Denn die Entstehung der beiden Gegentore gegen Osnabrück, beide nach Standards, erinnerte an die Vorsaison: 23 Gegentore musste 96 da nach ruhenden Bällen hinnehmen – Liga-Höchstwert. Die sind bekanntlich eine der Stärken von Braunschweigs Kapitän Martin Kobylanski, eine umsichtige Zweikampfführung in Strafraumnähe erscheint somit unerlässlich.