Hannover 96: Gut aufgestellt mit Local Playern

Sechs Akteure im Kader erfüllen die Kriterien

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 27.08.20 | 08:09
Timo Hübers

Wie fünf andere, aktuelle Profis bei 96 ausgebildet: Timo Hübers. © imago images / Christian Schrödter

In den vergangenen Jahren war es häufiger der Fall, dass auf den offiziellen Kaderlisten von Erst- oder Zweitligisten Spieler ohne realistische Einsatzchance aufgetaucht sind. Meist verantwortlich dafür war die Local-Player-Regelung der DFL, die allen Vereinen in den beiden Bundesligen vorschreibt, mindestens acht Spieler im Kader zu führen, die im eigenen Verein bzw. zumindest bei deutschen Vereinen ausgebildet wurden.

Konkret müssen mindestens vier Spieler im Kader zwischen dem 15. und 21. Lebensjahr mindestens drei Spielzeiten im eigenen Verein aktiv gewesen sein. Bei vier weiteren Akteuren genügt im entsprechende Zeitraum die Zugehörigkeit zu einem dem DFB angeschlossenen Verein.

Während auch aktuell der eine oder andere Verein auf dem Papier Spieler im Kader führt, die im Saisonverlauf kaum auf dem Zweitliga-Rasen auftauchen werden, ist Hannover 96 diesbezüglich gut aufgestellt.

Nur Sündermann ohne echte Einsatzchance

Gleich sechs Spieler, die mindestens drei Jahre lang im 96-Nachwuchs aktiv waren, zählen zum Aufgebot von Trainer Kenan Kocak. Und anders als Torwart Marlon Sündermann, der hinter Michael Esser, Martin Hansen und Michael Ratajczak nur die Nummer vier ist, dürfen sich die fünf “Local Feldspieler“ Chancen ausrechnen. Auch der 18-jährige Tim Walbrecht, der beim gestrigen Testspiel gegen den österreichischen Europa-League-Starter TSV Hartberg (1:2) von Beginn an im zentralen Mittelfeld auflief.

Der ebenfalls erst 18 Jahre alte Simon Stehle, der bereits vergangene Saison Zweitliga-Luft schnuppern durfte und gegen Hartberg die 1:0-Führung besorgte, ist auf den offensiven Außenbahnen auf dem Weg zu einer echten Alternative. Nichtsdestotrotz ist auch nicht ausgeschlossen, dass der Youngster noch verliehen wird, was indes keinen negativen Einfluss die Local-Player-Regelung betreffend hätte.

Auch Neuzugang Sulejmani ist ein “Local Player“

Linton Maina, bei dem es inzwischen nach einem Verbleib aussieht, und Timo Hübers gehören bereits zu den gestandenen Spielern, hatten aber in der vergangenen Saison mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Als Local Player sind beide unabhängig davon aber feste Größen.

Ebenso wie mit Valmir Sulejmani auch ein Neuzugang, der von 2005 bis 2018 bei 96 ausgebildet wurde, aber erst während seinem zweijährigen Intermezzo bei Waldhof Mannheim den Durchbruch geschafft hat. Zurück in der Heimat will Sulejmani nun durchstarten und seinen Teil dazu beitragen, dass man sich in Hannover auch in Zukunft keine großen Gedanken um die Erfüllung des Local-Player-Kontingents machen muss.