Hannover 96: Ist nun der Knoten geplatzt?

Zweiter Saisonsieg sorgt für Erleichterung

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 21.09.19 | 07:27
Marvin Ducksch

Marvin Ducksch brachte 96 an alter Wirkungsstätte auf die Siegerstraße. © imago images / eu-images

Rund um Hannover 96 wäre es vermutlich schon ziemlich unruhig und für den einen oder anderen Protagonisten auch ungemütlich geworden, wäre auch die gestrige Partie bei Holstein Kiel verpatzt worden. Doch an der Kieler Förde gelang 96 nach Toren von Marvin Ducksch und Cedric Teuchert ein erlösender 2:1-Sieg, der Trainer Mirko Slomka nun zumindest vorübergehend die Möglichkeit bietet, kommende Woche einigermaßen in Ruhe mit seiner Mannschaft zu arbeiten.

Gegen einen allerdings auch schwachen Gegner lieferte Hannover vor allem in den ersten 45 Minuten eine ansprechende Vorstellung ab, in der das vorhandene Potential der Mannschaft, in der etwas überraschend Genki Haraguchi hinter der jeweils erfolgreichen Doppelspitze Cedric Teuchert und Marvin Ducksch aufgeboten wurde, zu erkennen war.

Das hob auch Sportdirektor Jan Schlaudraff, der als Verantwortlicher für die Kaderplanung bei weiteren Misserfolgen auch im Fokus stünde, gegenüber der „Neuen Presse“ (Ausgabe vom 21.09.2019) hervor und lobte auch noch den Start in den zweiten Durchgang: Wenn man die ersten 60 Minuten gesehen hat, hat man gesehen, dass die Mannschaft Qualität hat. In der einen oder anderen Szene hat uns vielleicht noch die Durchschlagkraft gefehlt, aber trotzdem haben wir eine sehr gute Leistung gebracht.“

Slomka lobt das Auftreten

Nach dem Kieler Anschlusstreffer in der 63. Minute durch Jae-Sung Lee zeigt sich freilich auch, dass das Gebilde noch lange nicht stabil ist. Auch wenn Kiel sich nur wenige konkrete Einschussgelegenheiten erspielen konnte, musste 96 bis zur letzten Sekunde um den Sieg zittern und schaffte kaum noch Entlastung.

Die wacklige Schlussphase ließ denn auch Coach Slomka auf der vereinseigenen Webseite nicht unerwähnt. „Wir hatten Schwierigkeiten, es nach Hause zu bringen. Am Ende gehört auch ein wenig Glück dazu, auch wenn uns die Kieler massiv gefordert haben.“ Insgesamt war Slomka mit dem Auftreten seines Teams und der an den Tag gelegten Leidenschaft aber sehr zufrieden: „Wir hatten uns vorgenommen, als kämpferische Einheit aufzutreten und wichtige Zweikämpfe zu gewinnen. Wir haben gut verteidigt und stark angelaufen. Insgesamt waren wir taktisch und läuferisch sehr präsent.“

Daran freilich gilt es nun anzuknüpfen und zu beweisen, dass der Knoten wie erhofft geplatzt ist. Zumindest bis zur nächsten Länderspielpause im Oktober werden die Aufgaben indes nicht leicht. Kommende Woche reist zunächst Mitabsteiger 1. FC Nürnberg nach Hannover und dann geht es für 96 zu Dynamo Dresden.

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