Hannover 96: Kocak neuer Trainer

Es wartet viel Arbeit

Kenan Kocak beim SV Sandhausen

War über zwei Jahre beim SV Sandhausen: Kenan Kocak. ©Imago images

Update 17:20 Uhr:
Hannover 96 hat die Verpflichtung von Kenan Kocak bestätigt. Er erhält einen Vertrag bis Saisonende. Die langwierige Trainersuche begründete Geschäftsführer Martin Kind mit der gewissenhaften Arbeit im Verein: „Die Seriosität von Gesprächen und Entscheidungen benötigt Zeit – das bedeutet Professionalität.“

Mit der Lösung zeigte sich Kind wie auch Sportdirektor Jan Schlaudraff zufrieden. „Ihm ist es in seiner bisherigen Karriere immer gelungen, seinen Mannschaften Stabilität und Sicherheit zu verleihen.“, nannte Schlaudraff den Hauptgrund für die Personalie.

Der ursprüngliche Artikel:
Die Trainersuche bei Hannover 96 scheint beendet. Wie die Bild und Sky Sport übereinstimmend berichten, wird Kenan Kocak der neue Trainer bei den Roten und damit Nachfolger des entlassenen Mirko Slomka – durchaus überraschend, da Kocak anfangs kein Thema bei den Niedersachsen war.

Premiere im Heimspiel gegen Darmstadt

Kocak übernimmt Hannover in einer sportlich brisanten Situation. Auf drei Remis in Folge, die Slomka den Job kosteten, folgte eine deutliche 0:4-Niederlage am Wochenende in Heidenheim unter dem vom Co- zum Interimstrainer beförderten Asif Saric – 96 hat so nur noch einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegsplätze.

Mit Abstiegskampf kennt sich Kocak aus, bestand mit Sandhausen sowohl 2016/17 sowie in der Folgesaison, als er den SVS auf Rang zehn bzw. elf führte. Damals machte er aus vergleichsweise bescheidenen Bedingungen viel, nun sind die Voraussetzungen jedoch gänzlich andere.

Der Traditionsklub Hannover ist ambitioniert, will wieder in die Bundesliga, hat einen entsprechenden Kader zusammengestellt. Bisher läuft es allerdings überhaupt nicht nach Plan, weshalb Kocak, speziell mit den Eindrücken des desolaten Auftretens in Heidenheim, in erster Linie als Psychologe gefragt sein wird. Die verunsicherte Mannschaft muss schnellstmöglich wiederaufgebaut und mit einer Struktur versehen werden, bevor es mit einem Heimspiel gegen Darmstadt weitergeht.

Die längere Vorbereitungszeit durch die Länderspielpause dürfte dabei hilfreich sein und dem in der türkischen Stadt Kayseri geborenen Fußballlehrer die Möglichkeit geben, sich ein Bild der Mannschaft zu machen. Zumal sich der Bundesliga-Absteiger in der eigenen Arena noch schwer tut und nach sechs Heimspielen noch immer auf den ersten Sieg wartet.