Hannover 96: Neuaufstellung im Angriff unvermeidbar?

Verbleib von Weydandt und Guidetti fraglich

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 11.04.20 | 08:13
Hendrik Weydandt

Hendrik Weydandt weckt auch andernorts Begehrlichkeiten. © imago images / Sven Simon

Läuft alles wie von der DFL erhofft, wird der deutsche Profifußball voraussichtlich ab dem zweiten Mai-Wochenende den Betrieb wiederaufnehmen mit dem Ziel, die Saison bis zum 30. Juni abzuschließen. Dank der beiden Siege vor der Corona-Pause gegen Holstein Kiel (3:1) und beim 1. FC Nürnberg (3:0) darf man bei Hannover 96 aktuell auf einen einigermaßen entspannten Endspurt hoffen. Dafür warten in Sachen Kaderplanung umso intensivere Wochen auf die Verantwortlichen um Sportchef Gerhard Zuber, dessen eigene Verlängerung wie im Falle von Trainer Kenan Kocak aber nur noch Formsache ist.

Insbesondere im Angriff gibt es im Moment einige Fragezeichen. So deutete Klubboss Martin Kind gegenüber dem Sportbuzzer an, dass sich die Gespräche über eine Verlängerung mit dem nur bis Saisonende gebundenen Hendrik Weydandt auch deshalb nicht einfach gestalten, weil sich der 24-Jährige auch im Blickfeld anderer Vereine befindet. Und ablösefrei ist der mit acht Treffern beste 96-Torschütze der laufenden Saison sicherlich für viele Klubs interessant. „Es scheint ein Erstligist dran zu sein“, könnte laut Kind die Konkurrenz insbesondere sportlich bessere Argumente haben als Hannover.

Ducksch als Hoffnungsträger?

Überaus fraglich ist derweil, ob Hannover den erst im Winter von Deportivo Alaves ausgeliehenen John Guidetti halten kann. 96 besitzt zwar eine Kaufoption auf den schwedischen Nationalstürmer, deren genaue Höhe nicht bekannt ist, aber klar im Millionenbereich liegen soll. Rund 1,5 Millionen Euro kosten soll derweil der vom FC Schalke 04 ausgeliehene Cedric Teuchert, der sich mit fünf Toren und drei Vorlagen für eine Weiterbeschäftigung empfohlen hat.

Vor der Corona-Krise galt als nahezu sicher, dass Hannover die Kaufoption bei Teuchert ziehen würde. Nun bleibt erst einmal abzuwarten, wie sich die Lage im Fußball allgemein und in Hannover im Besonderen entwickelt. Große Sprünge dürften auf dem sommerlichen Transfermarkt aber kaum drin sein.

Während der Vertrag von US-Talent Sebastian Soto, den es schon länger wegzieht, am 30. Juni endet, hat 96 nach jetzigem Stand für die neue Saison mit Marvin Ducksch nur einen zentralen Angreifer unter Vertrag. Der 22-jährige Guineer Moussa Doumbouya, der sich in der zweiten Mannschaft für höhere Aufgaben empfohlen hat, wird zwar ebenso wie der auch als zweite Spitze einsetzbare Youngster Simon Stehle voraussichtlich fest in den Kader aufrücken, doch konkurrenzfähig scheint Hannover damit nur bedingt.

Auch deshalb nicht, da der im vergangenen Sommer mit großen Hoffnungen verpflichteten Ducksch trotz sechs Toren und fünf Vorlagen in 19 Einsätzen die Erwartungen nicht wirklich erfüllen konnte. Weil der Markt für den Zweitliga-Torschützenkönig der Saison 2017/18 im Sommer aber mutmaßlich schwierig werden dürfte, bleibt Hannover indes möglicherweise nur die Hoffnung, dass Ducksch mit Verspätung zündet und gegebenenfalls Abgänge von Weydandt oder Guidetti dann weniger ins Gewicht fallen.