Hannover 96: Slomka-Elf mit zu geringem Aufwand?

Nur Erzgebirge Aue lief an den ersten beiden Spieltagen noch weniger

Hendrik Weydandt

Nach Sebastian Jung der bislang laufstärkste 96er: Hendrik Weydandt. © imago images / Eibner

Den Saisonstart hat man sich bei Hannover 96 sicherlich anders vorgestellt als mit einem Punkt aus zwei Spielen und dem Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals. Die bislang unbefriedigende Bilanz bedarf natürlich einer Analyse der größten Schwachstellen, bevor die Verantwortlichen die Transfereinnahmen für Walace in neues Personal investieren.

Dass sich mit Sebastian Jung einer der besten Hannoveraner in den ersten Spielen in Karlsruhe eine Adduktorenzerrung zugezogen hat und damit erst einmal ausfällt, macht es nicht einfacher, in die Erfolgsspur zu finden. Auch deshalb nicht, weil der Neuzugang vom VfL Wolfsburg an den ersten beiden Spieltagen mit durchschnittlich 11,34 Kilometern in 90 Minuten der laufstärkste 96-Profi war.

Dahinter folgen mit Hendrik Weydandt und Edgar Prib zwei Akteure gleichauf mit 11,28 Kilometern. Was für Hannover die Top-Werte darstellen, stellt ligaweit indes nur Durchschnitt dar. So liegt Jung im komplett auf kicker.de einsehbaren Zweitliga-Ranking lediglich auf dem 30. Platz. Das überrascht allerdings nur bedingt, denn an den ersten beiden Spieltagen lief nur Erzgebirge Aue noch weniger als Hannover.

Sieben Kilometer weniger als Stuttgart und Regensburg

Beim 1:1 gegen Jahn Regensburg kamen die Gäste auf knapp sieben Kilometer mehr und bei der 1:2-Auftaktpleite in Stuttgart liefen die Gastgeber sogar über sieben Kilometer mehr als die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka, die basierend auf diesen Daten womöglich nicht genügend Aufwand betreibt, um erfolgreich zu sein.

Während sich der Wert gegen Regensburg noch auf deutlich mehr Ballbesitz von 96 und das deshalb höhere Engagement des Jahn zurückzuführen lässt, fällt dieser Aspekt in Stuttgart weg. Dort allerdings spielte sicher eine Rolle, dass Hannover nach der gelb-roten Karte für Matthias Ostrzolek rund 20 Minuten in Unterzahl agierte. Nur damit begründet werden kann der Unterschied zum VfB aber auch nicht.

Überbewerten freilich sollte man die Laufstatistik nicht. Schließlich hat Aue mit noch weniger Kilometern die optimalen sechs Punkte eingefahren. Und vergangene Saison wurde mit dem 1. FC Köln sogar die Mannschaft weitgehend souveräner Zweitliga-Meister, die mit deutlichem Abstand die wenigsten Kilometer zustande brachte. Der MSV Duisburg, Vorletzter im Ranking, allerdings musste den Gang in die Drittklassigkeit antreten.

Komplett vernachlässigt werden sollten die Zahlen auf jeden Fall nicht. Vielmehr ist eine interne Analyse angebracht, warum die Slomka-Elf in den ersten Spielen deutlich weniger unterwegs war als die Gegner.

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