SC Paderborn: Noch drei Rückkehrer ohne Perspektive?

Dörfler und Co. betreiben keine Eigenwerbung

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Dienstag, 21.07.20 | 09:30
Ron Schallenberg

Ron Schallenberg hat beim SC Verl überzeugt. © imago images / Dünhölter Sportpressefoto

Mit Marcel Hilßner hat der SC Paderborn einen von fünf zuletzt verliehenen Akteuren vergangene Woche endgültig von der Gehaltsliste streichen können. Der 25-Jährige, der im Sommer 2019 ablösefrei von Hansa Rostock gekommen war, vor seiner Ausleihe im Winter zum Halleschen FC aber nicht Fuß fassen konnte, läuft künftig in Englands zweiter Liga für Coventry City auf.

Die Zukunft von vier anderen Profis, die zuletzt auf Leihbasis ausnahmslos niederklassig aktiv waren, ist unterdessen noch offen. Am ehesten auf eine Chance bei Trainer Steffen Baumgart hoffen darf wohl Ron Schallenberg, der mit dem SC Verl in die 3. Liga aufgestiegen ist. Der 21-Jährige bestritt beide Aufstiegsspiele gegen Lokomotive Leipzig über die volle Distanz und war mit dem Treffer zum 1:1-Endstand im Rückspiel (Hinspiel: 2:2) letztlich sogar der Aufstiegsheld.

Zuvor war Schallenberg bis zum Abbruch der Regionalliga West auch im Liga-Alltag eine feste Größe in Verls zentralem Mittelfeld. Also eben dort, wo Paderborn gerade Klaus Gjasula an den Hamburger SV verloren hat und wo sich dem Vernehmen nach auch Sebastian Vasiliadis mit Abwanderungsgedanken trägt. Möglich deshalb, dass Schallenberg als gebürtiger Paderborner und SCP-Eigengewächs die Gelegenheit erhält, sich festzuspielen.

Dörfler, Drinkuth und Gucciardo überzeugen nicht

Dagegen sind die Perspektiven von Johannes Dörfler, Felix Drinkuth und Sergio Gucciardo tendenziell überschaubar. Wie Hilßner wurde auch dieses Trio erst vor einem Jahr verpflichtet, dann aber rasch wieder abgegeben. Eigenwerbung zu betreiben, gelang in allen Fällen aber nur sehr bedingt.

Offensiv-Allrounder Dörfler verhinderte zwar mit dem FSV Zwickau den Abstieg aus der 3. Liga, kam aber bei insgesamt lediglich neun Einsätzen nur zwei Mal von Anfang an zum Zug und spielte in der entscheidenden Phase keine Rolle mehr. Letzteres war auch bei Drinkuth der Fall, der für den Halleschen FC aber immerhin 27 Partien absolvierte und zwei Tore sowie zwei Vorlagen verbuchte. An den letzten acht Spieltagen wurde der 25-jährige Offensivmann indes nur noch zwei Mal für wenige Minuten eingewechselt.

Gucciardo begann beim SV Lippstadt 08 mit einem Tor und zwei Vorlagen in seinen ersten drei Einsätzen vielversprechend, blieb bei seinen übrigen elf Partien in der Regionalliga West aber ohne weitere Torbeteiligung und war selbst auf viertklassiger Ebene kein Stammspieler.

Schwer vorstellbar daher, dass Trainer Baumgart für Dörfler, Drinkuth und Gucciardo Verwendung findet. Auf einem aktuell schwierigen Transfermarkt dürfte es indes auch nicht einfach werden, das Trio zeitnah von der Gehaltsliste zu streichen.