Chapeau, Fabian Reese

Die besondere Leistung des 20. Spieltags

Fabian Reese bejubelt seinen Treffer gegen den KSC.

Tor erzielt & ein weiteres aufgelegt: Fabian Reese war Kiels Matchwinner gegen den KSC. ©imago images/Eibner

Dieser Auftritt war schon ein recht verzwickter für Fabian Reese. Zunächst war schließlich die Rückkehrer-Premiere im Trikot der heimischen KSV Holstein in der vorigen Woche daheim gegen Darmstadt beim 1:1 zunächst recht dürftig ausgefallen und nun sollte ausgerechnet in Karlsruhe gleich alles besser werden.

Dort hat er vor zwei Jahren im Rahmen einer Rückrunden-Ausleihe von Schalke nach Karlsruhe eine überaus unangenehme Erfahrung machen müssen: Den Abstieg aus der 2. Bundesliga, der einzige Ligaverlust in seiner zweifellos noch jungen, doch schon recht bewegten Karriere als Fußballprofi. Zehnmal allerdings hatten ihn Mirko Slomka und Nachfolger Marc-Patrick Meister dort nur eingesetzt.

Ein Auftritt voller Prachtentfaltung

Jetzt aber ist im Wildpark zu Karlsruhe im neuen Fußballtrikot seiner Geburtsstadt alles vortrefflich gelaufen für Fabian Reese, sieht man einmal davon ab, dass einige KSC-Fans das Wiedersehen nicht sonderlich wohlwollend begleiteten. Doch Reese scherte sich darum einen Kehricht und absolvierte einen Auftritt in jener Prachtentfaltung, der daran erinnerte, warum ihn Schalke 04 im Jahre 2013 als B-Junior von Kiel in die Knappen-Schiede lockte.

Jetzt zeigte Reese sich wieder voller Spielfreude, mit raffinierten Finten und Rasanz sowie mit der entschlossenen Gier, Tore erzielen zu wollen. Der Fußball-Lehrer A.D. Benno Möhlmann, der mit deutlich über 500 Trainereinsätzen in der 2. Bundesliga diese Spielklasse so gut kennt wie kaum ein anderer, hat Reese in den vergangenen anderthalb Spielzeiten bei der SpVgg Greuther Fürth erlebt. Denn dort ist Möhlmann inzwischen in der Ausbildungsarbeit aktiv.

Der Spielertyp, den Reese verkörpert, ist für die 2. Bundesliga gemacht. (Benno Möhlmann)

So fällt seine Expertise über Reese entsprechend treffsicher aus: „Der Spielertyp, den Reese verkörpert, ist für die 2. Bundesliga gemacht: Er agiert gradlinig, dynamisch, beweglich.“ Dass nach 45 Leiheinsätzen die Reese-Mission in Fürth im vorigen Frühsommer endete, war keineswegs im Sinne der Spielvereinigung.

Doch dank steter Spielpraxis hatte Reese wieder Vertrauen gewonnen in seine Potenziale und somit auch wieder gestärkt neue Hoffnungen geschöpft auf einen Durchbruch auf Schalker Fußballfeldern. So wollte er es noch ein weiteres Mal probieren.

Rückkehr im zweiten Anlauf

Doch auch im neuen Schalker Aufschwung war nur wenig Luft für einen Reservisten wie Reese, dem es wohl noch ein wenig an fußballerischem Feinschliff mangelt, um in den engen Räumen der Eliteliga bestehen zu können.

Wie Liga-Zwei.de aus dem Umfeld des Ruhrpott-Fußballs in Erfahrung bringen konnte, stand Reese schon im vorigen Sommer, also noch rechtzeitig zum Ligastart, vor einer Rückkehr in seine norddeutsche Heimat.

Wiedersehen mit Ole Werner

Alles schien unter Dach und Fach, doch dann gab es doch noch ein Hindernis: Die Wahl des Trainers, der auf Tim Walter folgte, förderte im Lager des Spielers nicht die notwendige Aufbruchstimmung, um sich aufs Neue als Leasingspieler bewähren zu wollen. Also wurde der Deal damals doch noch gestoppt.

Nun aber konnte Holstein Kiels aktuelle sportliche Leitung jenen Transfer nachträglich realisieren, den die Vorgängerschaft bereits auf den Weg gebracht hatte. Denn mit Ole Werner ist bei Holstein Kiel ein Trainer in die erste Reihe aufgerückt, den Reese schon in früheren Jahren als Junior bei Holstein Kiel kennengelernt hatte.

Dieser Wirbelwind-Auftritt wird Reese weiter voranbringen. (Benno Möhlmann)

Beim Sieg in Karlsruhe erarbeitete sich Fabian Reese im Trikot mit der Nr. 11 einen üppigen Anteil daran. Denn das 1:0 seines Teams erzielte er per Volleyschuss selbst und vor dem 2:0 dribbelte, spielte und flankte er derart präzise, dass Kollege Porath mühelos per Kopfball verwerten konnte. „Dieser Wirbelwind-Auftritt wird Reese weiter voranbringen und somit kann er für Holstein Kiel ein sehr wichtiger Spieler werden“, bemerkt Benno Möhlmann mit einem geübten Blick in die Seele eines Fußballers.

In Kiel auf dem Weg zu neuem Drexler?

Ob er dabei zu einer ähnlich eindrucksvollen Figur heranwächst, wie Dominick Drexler sie im Holstein-Spiel gewesen ist, bleibt abzuwarten. Drexler war immer ein kluger Gestalter und so der Mann, der das Timing des Antriebs bestimmen konnte.

Fabian Reese ist bisher vor allem ein Volldampf-Kicker. „Wenn es bei ihm läuft, ist das gut fürs Spektakel und vielleicht auch gut fürs Punktekonto der Kieler“, sagt Benno Möhlmann.

Am nächsten Montag kommt St.Pauli zum Nordderby nach Kiel, wo es nur zwei Heimsiege gab und der letzte aus dem Oktober des vorigen Jahres stammt. Vorsorglich wünscht Liga-Zwei.de Fabian Reese, dass er es diesmal wirklich besser getroffen haben möge als vor zwei Jahren in Karlsruhe.

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