Fortuna Düsseldorf: Marcel Sobottka in ungewohnten Rollen

Aushilfs-Linksverteidiger avanciert zum Matchwinner

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 31.10.20 | 08:13
Marcel Sobottka von Fortuna Düsseldorf

Marcel Sobottka erzielte gegen Heidenheim das Tor des Tages. © imago images / Horstmüller

Die Voraussetzungen vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim waren für Fortuna Düsseldorf alles andere als optimal. Nicht nur, dass die Rheinländer bei zwei Unentschieden und vier Niederlagen sechs Mal in Serie nicht gegen den FCH gewonnen hatte, sondern auch eine mit zwölf Ausfällen angespannte Personalsituation trübte die Aussichten auf den dringend benötigten zweiten Saisonsieg doch stark ein.

Not macht aber bekanntlich erfinderisch und so gelang Trainer Uwe Rösler ausgerechnet auf der linken Abwehrseite, für die in Abwesenheit des verletzten Florian Hartherz und des noch nicht fitten Neuzugangs Leonardo Koutris eine gelernte Alternative fehlte, der letztlich siegbringende Schachzug. Rösler beorderte Marcel Sobottka auf die linke Seite der Viererkette, die die zuletzt praktizierte Dreierabwehrreihe wieder ablöste.

Eine ungewohnte Rolle für den 26-Jährigen, der im Laufe seiner Karriere zwar im zentralen Bereich von der Innenverteidigung bis zum offensiven Mittelfeld schon alles gespielt hat, aber als Profi noch nie auf der Außenbahn eingesetzt wurde. Gegen Heidenheim feierte Sobottka nun als Linksverteidiger Premiere und eine höchst erfolgreiche dazu. Denn im Verbund mit seinen Kollegen hielt der 2015 vom FC Schalke 04 gekommene Rechtsfuß nicht nur hinten dicht, sondern erzielte überdies im Anschluss an eine von Heidenheim unzureichend geklärte Ecke in der 33. Minute das goldene Tor zum enorm wichtigen 1:0-Erfolg.

Zimmermann kehrt zurück

Insbesondere Sobottka durfte sich denn auch angesprochen fühlen, als Trainer Rösler in seinem offiziellen Fazit die Einstellung des Teams lobte: „Unsere Mannschaft hat in unserer aktuellen Situation das absolute Maximum aus sich herausgeholt. Wir haben mit Moral, Willen, Zweikampfstärke und Robustheit verteidigt und hatten Mentalität auf dem Platz.“

Ob Sobottka auch nächste Woche in Nürnberg als Linksverteidiger gefragt ist, bleibt indes abzuwarten. Für Hartherz und Koutris kommt die Partie im Frankenland wohl jeweils noch zu früh. Wieder dabei ist nach verbüßter Gelb-Rot-Sperre aber Matthias Zimmermann und damit ein zweiter Rechtsverteidiger neben Jean Zimmer. Auch einer der beiden könnte die linke Seite übernehmen, sollte Sobottka eher wieder im Mittelfeld gefragt sein. Verzichten dürfte Trainer Rösler auf seinen Matchwinner vom Freitagabend allerdings kaum.