Fortuna Düsseldorf: Raphael Wolf darf sich beweisen

Aussetzer von Florian Kastenmeier eröffnet dem Ersatzkeeper eine Chance

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 14.12.20 | 07:12
Raphael Wolf

Am Mittwoch von Anfang an im Fortuna-Tor: Raphael Wolf. © imago images / Revierfoto

Im sechsten Anlauf hat Fortuna Düsseldorf endlich den ersten Auswärtssieg der Saison eingefahren. Beim Karlsruher SC allerdings musste die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler bis zum Schluss um einen Erfolg bangen, der nach einer 2:0-Führung durch Luka Krajnc (12.) und Kristoffer Peterson (57.) deutlich souveräner über die Zeit hätte gebracht werden können.

Dass dies nicht gelang und bis zur letzten Sekunde gezittert werden muss, lag nicht zuletzt an Florian Kastenmeier. Der Schlussmann kam zuerst bei einem hohen Hereingabe zu spät und erwischte dabei Karlsruhes Daniel Gordon, woraufhin auf Intervention des VAR korrekterweise auf Strafst0ß entschieden wurde. Nachdem Philipp Hofmann (72.) verwandelt hatte, leistete sich Kastenmeier indes den größeren Schnitzer. Weil der Keeper, der für sein Foul an Gordon Gelb gesehen hatte, den Ball wegschlug, blieb Schiedsrichter Tobias Reichel keine andere Wahl als Gelb-Rot zu zeigen.

Mit viel Einsatz verstand es die Fortuna aber, den Vorsprung in Unterzahl über die Zeit zu bringen. Auch dank Raphael Wolf, der für Kastenmeier zwischen die Pfosten kam und letztlich in der sechsten Minute der Nachspielzeit gegen Marvin Wanitzek den Sieg festhielt. Während Kastenmeier auf der Tribüne sichtlich erleichtert darüber war, dass sein Aussetzer der Mannschaft keine Punkt gekostet hat, feierte Wolf nach über zwei Jahren sein Pflichtspielcomeback.

Wolf im Sommer zweiter Sieger

Der 32-Jährige, der in der Aufstiegssaison 2017/18 noch die Nummer eins und ein Erfolgsgarant war, stand zuvor letztmals im August 2018 im DFB-Pokal bei RW Koblenz (5:0) für die Fortuna auf dem Feld. Anschließend musste der Schlussmann lange wegen einer schweren Virus-Infektion pausieren und sich nach seiner Genesung hinter Zack Steffen, Michael Rensing und eben Kastenmeier einreihen.

Nach den Abgängen von Steffen und Rensing rief Coach Rösler im Sommer einen offenen Zweikampf aus, den Kastenmeier für sich entscheiden konnte. Der 23-Jährige zahlte das Vertrauen in den ersten Wochen der Saison mit guten Leistungen durchaus zurück, eröffnet nun aber mit seinem Blackout Wolf die Chance, sich zu beweisen. Sollte der Routinier am Mittwoch im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück überzeugen, bliebe abzuwarten, ob Rösler vor Weihnachten ein weiteres Mal den Torwart wechselt.