Fortuna Düsseldorf: Salomonische Lösung im Tor?

Vor Weihnachten noch je ein Spiel für Wolf und Kastenmeier möglich

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 19.12.20 | 07:41
Florian Kastenmeier

Florian Kastenmeier steht nach verbüßter Sperre wieder bereit: Florian Kastenmeier. © imago images / foto2press

Mit drei Siegen in Folge hat Fortuna Düsseldorf nicht nur den sehr durchwachsenen Saisonstart hinter sich gelassen und die zuvor durchaus vorhandenen Diskussionen um Trainer Uwe Rösler zum Erliegen gebracht, sondern auch den Anschluss an die Aufstiegsränge hergestellt. Am morgigen Sonntag wollen die Rheinländer beim FC St. Pauli natürlich nachlegen und den noch besser platzierten Konkurrenten aus Kiel, Hamburg, Bochum und Fürth mindestens weiter auf die Pelle rücken.

Weil es am Mittwoch noch im DFB-Pokal mit der unangenehmen Aufgabe bei Rot-Weiss Essen weitergeht, denkt Trainer Rösler darüber nach, dem einen oder anderen Akteur eine Pause zu geben. Während der griechische Sommerzugang Leonardo Koutris nach überstandenem Kreuzbandriss inzwischen eine Alternative darstellt und auf seine ersten Einsatzminuten hoffen darf, gilt es für Rösler die richtige Balance zwischen einer sinnvollen Belastungssteuerung und einer dennoch schlagkräftigen Mannschaft zu finden.

Wolf meldet seine Ansprüche an

Als knifflig erweist sich unterdessen die Torwartfrage, die bis zum vergangenen Wochenende eigentlich geklärt war. Florian Kastenmeier setzte sich im Sommer gegen Raphael Wolf durch und rechtfertigte seinen Status als Nummer eins mit guten Leistungen, ehe sich der 23-Jährige beim 2:1-Sieg in Karlsruhe nach einem verursachten Elfmeter mit einem Blackout eine völlig überflüssige gelb-rote Karte einhandelte und so die drei Punkte für sein Team in Gefahr brachte.

In der Schlussphase in Karlsruhe und beim 3:0-Erfolg am Mittwoch gegen den VfL Osnabrück kam Raphael Wolf zu seinen ersten Pflichtspieleinsätzen nach zweieinhalb Jahren und blieb, freilich bei eher geringer Beschäftigung, fehlerfrei. Der 32-Jährige wollte das Thema anschließend zwar nicht zu hoch hängen, ließ aber gegenüber Bild auch keine Zweifel an seinem persönlichen Anspruch: „Ich möchte natürlich spielen. Das ist ja völlig klar!“

„ Ich habe eine Idee im Kopf. ”
Uwe Rösler

Rösler wollte sich am Freitag in der Torwartfrage unterdessen noch nicht in die Karten schauen lassen und kündigte zunächst ein Sechs-Augen-Gespräch mit Blick auf die nächsten beiden Spiele an: „Wir können uns glücklich schätzen, solch eine starke Torhüterriege zu haben. Ich habe keine Bauchschmerzen. Ich habe eine Idee im Kopf, will aber erst am Samstag mit den Torhütern reden. Es geht nicht nur um St. Pauli, sondern auch um Essen“, zitiert die Rheinische Post den Fortuna-Coach.

Zumindest zu vermuten ist, dass Röslers Idee eine salomonische Lösung umfass und Kastenmeier auf St. Pauli, Wolf dafür in Essen ran darf. Interessant wird es dann nach der kurzen Weihnachtspause, wenn mutmaßlich wieder eine klare Nummer eins gefragt sein wird. Den Ausrutscher von Karlsruhe einmal ausgeklammert hat Kastenmeier im bisherigen Saisonverlauf aber einige Argumente dafür geliefert, im Kasten zu bleiben.