HSV: Jung und van Drongelen verstärkt unter Druck

Vier Innenverteidiger rangeln um zwei Plätze

Rick van Drongelen am Ball für den HSV

Hat beim HSV starke Konkurrenz: Rick van Drongelen. ©Imago images/Philipp Szyza

Gemeinsam mit dem VfL Osnabrück stellt der Hamburger SV nach 13 Spieltagen mit zwölf Gegentoren die beste Defensive der Liga. Ein genauerer Blick zeigt freilich auch, dass die hanseatische Hintermannschaft in den vergangenen Wochen nicht mehr vollends stabil stand und in fünf Pflichtspielen in Folge die Null nicht halten konnte.

Zwar war es auch in dieser Phase nur im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart (1:2 n.V.) mehr als ein Gegentreffer, doch das letzte von immerhin schon fünf Zu-Null-Spielen datiert eben auch schon vom 5. Oktober (2:0 gegen Greuther Fürth). Auch deshalb, weil die stark in die Saison gestartete Innenverteidigung mit Gideon Jung und Rick van Drongelen in den vergangenen Partien wackelte und einige Male auch patzte.

Ewerton überzeugt im Test

Für van Drongelen und insbesondere für Jung könnte es nun nach der Länderspielpause eng werden. Sommerneuzugang Timo Letschert, der verletzungsbedingt etwas Anlaufzeit benötigt hat, betrieb nicht zuletzt mit seinem späten Ausgleichstor bei Holstein Kiel (1:1) Eigenwerbung und darf sich Hoffnungen auf einen Startplatz gegen Dynamo Dresden machen.

Letschert stand zwar bereits zwei Mal in der ersten Elf – gegen Fürth und danach bei Arminia Bielefeld (1:1) – allerdings jeweils nur als Vertreter des verletzten Jung. Nun könnte der 26 Jahre alte Niederländer erstmals den Vorzug erhalten, obwohl Jung ebenfalls fit ist.

Neben Letschert hat sich auch der vom 1. FC Nürnberg verpflichtete Ewerton, der verletzungsbedingt bisher noch gar nicht im HSV-Trikot zu sehen war, herangearbeitet. Der 30-jährige Brasilianer erhielt nach dem 1:0-Testspielsieg über Aalborg BK, bei dem Ewerton in Abwesenheit von van Drongelen (niederländische U21) mit Jung und Letschert eine ungewohnte Dreierkette bildete, von Trainer Dieter Hecking ein Sonderlob.

Ewerton kann uns die Stabilität bringen, die wir uns erhoffen. (Dieter Hecking)

„Seine Erfahrung und seine Ruhe hat man sofort gesehen. Alles, was Ewerton gemacht hat, hatte Hand und Fuß, er kann uns die Stabilität bringen, die wir uns erhoffen“, freut sich der Coach im „Kicker“ (Ausgabe 94/2019 vom 18.11.2019) über die neue Alternative im Abwehrzentrum. Nach einem Syndesmosebandriss und langwieriger Aufbauarbeit soll bei Ewerton aber nichts überstürzt werden. Wahrscheinlich deshalb, dass zunächst van Drongelen auf der linken Innenverteidigerposition im Team bleibt – allerdings angesichts des auf seine Chance lauernden Ewerton mit nicht wenig internem Druck.