HSV: Wird Louis Schaub zum Schnäppchen?

Spekulationen um eine niedrigere Ablöse für den Österreicher

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Sonntag, 12.04.20 | 08:33
Louis Schaub beim HSV

Dass Louis Schaub über die Saison hinaus das HSV-Trikot trägt, wird wahrscheinlicher. ©Imago images/Michael Schwarz

Die Verantwortlichen des Hamburger SV machten im Winter keinen Hehl aus ihrer Überraschung und ihrer Freude darüber, dass Louis Schaub zu den Rothosen gelotst werden konnte. „Wir konnten zunächst gar nicht glauben, dass so ein Spieler auf den Markt kommt“, wurde Sportvorstand Jonas Boldt vielfach zitiert, nachdem der Österreicher zunächst kostenlos vom 1. FC Köln ausgeliehen wurde. Nur im Aufstiegsfall wird dem Vernehmen nach eine Leihgebühr im niedrigen sechsstelligen Bereich fällig.

In sieben Einsätzen für den HSV liest sich Schaubs Bilanz mit einer Vorlage zwar noch nicht überzeugend, doch hat der Techniker seine Fähigkeiten gerade am Ball bereits gezeigt und sich vor allem in seinen ersten Spielen als Bereicherung erwiesen. Die spielerische Klasse des Österreichers war zwar auch beim 1. FC Köln über jeden Zweifel erhaben, doch passte der im Defensivverhalten nicht immer mit der nötigen Konsequenz zu Werke gehende Schaub nicht zu der in allen Belangen intensiven Spielweise, die der neue FC-Trainer Markus Gisdol forcierte und die letztlich auch den Erfolg in die Domstadt gebracht hat.

Schaub einer von zehn Kölner Leihspielern

Die Geißböcke scheinen generell keinen allzu großen Wert mehr auf die Dienste Schaubs zu legen. Das lässt schon alleine die mit dem HSV vereinbarte Kaufoption in Höhe von vor Corona-Zeiten recht niedrig anmutenden 2,6 Millionen Euro vermuten. Nun vermeldet die Morgenpost, dass Köln Schaub wohl für eine noch niedrigere Ablöse ziehen lassen würde und berichtet von Spekulationen im Kölner Umfeld, der FC könnte den Offensivmann sogar ablösefrei abgeben, um dessen Gehalt zu sparen.

Hintergrund ist, dass der 1. FC Köln nach der Rückkehr von gleich zehn aktuell verliehenen Spielern ab dem 1. Juli 35 Profis unter Vertrag hätte, die natürlich einen enormen Kostenapparat mit sich brächten und den ohnehin nicht auf Rosen gebetteten Klub vor Probleme stellen könnten.

Freilich gilt es errst einmal abzuwarten, ob sich Schaub im Endspurt der Saison überhaupt für einen längerfristigen Verbleib in Hamburg empfehlen kann und auch, wie sich die finanzielle Situation beim HSV im Sommer darstellt. Gerade dann, wenn der Aufstieg erneut verpasst wird, dürften auf dem Transfermarkt keine großen Sprünge drin sein.