2. Bundesliga: Ergebnisse der Mitglieder-Versammlung

DFL gibt Inhalte bekannt

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Donnerstag, 23.04.2020 | 15:18

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert

Hat wie hier bei einer früheren DFL-Mitgliederversammlung die Stränge in der Hand: DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

Update (23.04.2020):
Die DFL zeigt sich transparent: Die erarbeiteten Erkenntnisse der Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb sowie das medizinische Konzept für Training und Spielbetrieb könnt Ihr Euch direkt auf der DFL-Homepage ansehen.

Ursprünglicher Artikel:
Am heutigen Donnerstag fand die mit Spannung erwartete DFL-Mitgliederversammlung statt. Per Videokonferenz tauschten sich die Verantwortlichen der Bundesliga, der 2. Bundesliga sowie der DFL darüber aus, wie angesichts Corona mit dem Spielbetrieb verfahren werden soll. Im Anschluss daran gab unter anderem DFL-Geschäftsführer Christian Seifert in einer Pressekonferenz Auskunft über die Inhalte.

Einen konkreten Plan, wann wieder gespielt werden soll, gibt es nicht. "Für uns bleibt einzig und allein entscheidend, was die politischen Verantwortlichen entscheiden", so DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, wann es wieder losgehe "liegt nicht an uns", so Seifert weiter. Einen Re-Start am 1. Mai-Wochenende hält Seifert für "unrealistisch".

Das bedeutet für die Vereine und den Verband: Weiterhin müssen flexible Pläne gemacht werden, um auf jede eintretende Situation bestens vorbereitet zu sein. Es gehe, das machte Seifert nachdrücklich klar, jetzt darum, die Bundesligen "am Leben zu erhalten".

Liquidität derzeit gesichert

Dafür sei eine Weiterführung der Saison auch mit Geisterspielen für einige der Klubs die einzige wirtschaftliche Rettung. Positive Signale aus finanzieller Hinsicht gibt es laut Seifert von den TV-Partnern. Mit allen Medienpartnern mit einer Ausnahme wurden Vereinbarungen erzielt, wonach nach aktuellem Stand "allen 36 Klubs Liquidität bis 30.6. zur Verfügung zu stellen" ist.

Sollte die Saison nicht beendet werden, könne es allerdings zu "Rückführungen" der finanziellen Mittel kommen. Explizit dankte Seifert dem TV-Sender Sky bei der heutigen Pressekonferenz zur Mitgliederversammlung.

Enorme Tragweite

Um für den Fall der Wiederaufnahme des Spielbetriebs bereit zu sein, hat die DFL eine Task Force eingerichtet, die verschieden Maßnahmen erarbeitet. Dieses Konzept solle laut Seifert auch den politischen Verantwortlichen präsentiert werden.

An diesem hängt womöglich sogar die Zukunft der Ligen, denn wenn es jetzt den Anforderungen nicht genügen würden, wäre die Situation in ein paar Monaten nicht anders. Damit sähe Seifert die Gefahr, dass die Bundesliga irgendwann ein "Kollateralschaden der Corona-Krise" werden könnten.

Die Maßnahmen sehen unter anderem vor, dass sich bei Geisterspielen in der Bundesliga nur 98 Personen im Innenraum aufhalten dürfen, 115 Personen im Tribünenbereich sowie weitere 109 Personen auf dem Außengelände.

In der zweiten Liga dürfen sich 90 Personen im Innenraum, sowie 98 Personen im Tribünenbereich befinden. Auf dem Außengelände sind 82 Personen erlaubt.

DFL finanziert zusätzliche Testmöglichkeiten

Bei der Vorbereitung des medizinischen Konzept arbeitet die DFL mit fünf Laboren zusammen. Tests, welche die Bundesliga betreffen, würden laut Seifert nur 0,4% der Gesamt-Testkapazitäten im Land beanspruchen. Dennoch werde die DFL "für 500.000 Euro weitere Testmöglichkeiten kontrahieren" und diese bei Bedarf auch dem öffentlichen Gesundheitssystem zur Verfügung stellen.

Außerdem gab Seifert Auskunft über den Solidarfonds mit Mitteln, die der FC Bayern, der BVB, Bayer Leverkusen und RB Leipzig zur Verfügung stellten. Ein Teil davon, 7,5 Millionen Euro, solle Vereinen aus der 3. Liga sowie der Frauen Bundesliga zugute kommen. Der Betrag werde auf 25 Teams (manche Mannschaften wie die FC Bayern U23 oder das FCB-Frauenteam verzichten) aus diesen Spielklassen zu gleichen Anteilen verteilt.