Darmstadt 98: Eine echte Chance für Tobias Kempe?

Startelfeinsatz des Routiniers noch offen

Victor Palsson und Tobias Kempe jubeln

Kam gegen St. Pauli als Joker, wurde zum Torvorlagengeber: Tobias Kempe (r.).©Imago images/Sven Simon

Verteilt auf vier Kurzeinsätze stand Tobias Kempe an den ersten neun Spieltagen lediglich 35 Minuten auf dem Spielfeld. Eine ungewohnte Rolle für den 30-Jährigen, der seit seiner Rückkehr zu Darmstadt 98 im Sommer 2017 nicht nur gesetzt, sondern auch Top-Scorer der Lilien war.

In den vergangenen beiden Spielzeiten brachte es der Standardspezialist in 61 Zweitliga-Spielen auf 21 Tore und 13 Vorlagen. Eine beachtliche Bilanz, die Trainer Dimitrios Grammozis aber nicht daran hinderte, in der neuen Saison fast komplett auf Kempe zu verzichten. Offenbar, weil der Coach bei Kempe Schnelligkeitsdefizite und Mängel im Defensivverhalten ausgemacht hat.

Nachdem der schussgewaltige Mittelfeldmann zuvor zwei Mal in Folge sogar gänzlich im Kader fehlte, könnte mit Kempes fünftem Saisoneinsatz als Joker aber der Wendepunkt erreicht worden sein. Gerade drei Minuten auf dem Platz bereitete Kempe am Samstag per Eckball das goldene 1:0 durch Victor Palsson zum Erfolg beim FC St. Pauli vor, mit dem eine Durststrecke von sieben sieglosen Partien beendet werden konnte.

Bruderduell gegen Aue

Dass sich Kempe und Trainer Grammozis laut dem Darmstädter Echo sowohl vor dem Gastspiel am Millerntor als auch unmittelbar danach intensiv unterhalten haben, lässt zumindest darauf schließen, dass beide einen gemeinsamen Nenner gefunden haben könnten, von dem letztlich Darmstadt 98 profitieren würde.

Wachsende Spielanteile für Kempe, der in der Mannschaft und bei den Fans nach wie vor enorm hohes Ansehen genießt, wären in den kommenden Wochen nicht die ganz große Überraschung, zumal es Darmstadt trotz eines gegenüber den vorherigen Spielen verbesserten Marvin Mehlem auch auf St. Pauli an Torgefahr aus der zweiten Reihe und kreativen Momenten mangelte.

Im Heimspiel am Freitag gegen Erzgebirge Aue und damit auch seinen Bruder Dennis, der sich nach längerer Verletzungspause wieder herangearbeitet hat, darf Kempe auf sein Startelfdebüt in dieser Saison hoffen. Auf der Tribüne wird sich der Routinier anders als beim 1:1 im letzten Spiel am Böllenfalltor gegen den KSC (1:1) aber sicherlich nicht wiederfinden.

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