Darmstadt 98: Sorgt Victor Palsson für mehr Stabilität?

Isländer kehrt nach verbüßter Sperre zurück

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 21.09.2020 | 09:00
Victor Palsson im Pokal gegen Magdeburg.

Gegen Sandhausen mussten die „Lilien“ auf den gesperrten Victor Palsson verzichten. ©imago images/Jan Huebner

Die Mannschaften, die Markus Anfang in den letzten Jahren in der 2. Bundesliga trainiert hat, standen stets für Spektakel. Mit Holstein Kiel schloss der mittlerweile 46 Jahre alte Fußball-Lehrer die Saison 2017/18 auf Platz drei ab, mit starken 71 Toren, aber auch 44 Gegentreffern. In der Folgesaison musste Anfang beim 1. FC Köln kurz vor dem Aufstieg als Tabellenführer seinen Hut nehmen, bei 76:41-Toren bis zum 31. Spieltag.

Unverkennbar anhand dieser Zahlen, dass Anfangs Mannschaften immer jede Menge Offensivwucht entwickelten, es gleichzeitig aber an der Balance fehlte. Die 2:3-Auftaktniederlage von Darmstadt 98 im ersten Ligaspiel unter Anfang beim SV Sandhausen passt da bestens ins Bild. Die Lilien hätten gut und gerne mehr Treffer erzielen können, scheiterten aber abgesehen von Mathias Honsak und Tim Skarke immer wieder am herausragenden Sandhäuser Schlussmann Martin Fraisl.

Auf der anderen Seite nutzte ein abgeklärter Angreifer wie Daniel Keita-Ruel die Unerfahrenheit in der Darmstädter Hintermannschaft eiskalt aus. Beim ersten Treffer entwischte der 30-Jährige der jungen Darmstädter Innenverteidigung mit Lars Lukas Mai und Patric Pfeiffer, was grundsätzlich nicht passieren sollte, erst recht aber nicht nach einem ruhenden Ball. Und beim dritten Treffer war Keita-Ruel zur Stelle, als Pfeiffer am eigenen Strafraum ein folgenschwerer Stockfehler unterlief.

Komplett neues Defensivzentrum gegen Regensburg?

Im Heimspiel gegen Jahn Regensburg am Samstag gilt es für Darmstadt nun, im eigenen Stadion einen kompletten Fehlstart zu vermeiden. Dafür nötig ist sicherlich mehr Stabilität und Sicherheit im eigenen Spiel, insbesondere gegen immer aggressiv und forsch attackierende Oberpfälzer.

Wichtig, dass mit Victor Palsson ein Schlüsselspieler zurückkehrt, der mit seinen 29 Jahren und der Erfahrung aus 17 Länderspielen für Island genau für diese Elemente steht. Palsson, der in Sandhausen eine Sperre aus der vergangenen Saison absitzen musste, wird sicherlich auf seiner angestammten Sechser-Position beginnen. Nicolai Rapp, der dort in Sandhausen ein solider Vertreter war, wird damit frei für die Innenverteidigung, für die nach Adduktorenproblemen auch Immanuel Höhn wieder zur Verfügung stehen könnte.

Nicht ausgeschlossen ist damit, dass Coach Anfang sein Defensivzentrum inklusive Sechs komplett umbaut. Natürlich in der Hoffnung, dass sich die drei Gegentore von Sandhausen erst einmal nicht wiederholen und die Darmstädter Hintermannschaft anders als zuvor die Kollegen unter Trainer Anfang in Kiel und Köln zum Trumpf wird.